Döschen, die es in sich haben

Am 6. September 2012 trafen sich die Drechselfreunde Franken wieder einmal in Neusles. Thema dieses mal: Herstellung von Döschen, die es mit Überraschungen „in sich haben“ mit Johannes.

Dosen

Vorab waren wieder einige mitgebrachte Wunderwerke zu bestaunen, wie hier Manfreds gewackelte Leuchte:

Aber zur Sache: Zunächst einmal sollten solche Döschen in Turmform entstehen.

Mit Platz für ein Fläschchen. Nein, wir stellen keine Hilfsmittel für grenzüberschreitenden illegitimen Warenverkehr her.

Zweites Objekt, für später: ein Döschen, das sich aufgrund der edlen Machart und der papierdünnen Wände erstklassig als Behälter für Geldgeschenke eignet. Oder wenn man mal nach Luxemburg will.

Zwischenzeitlich war so viel Publikum eingetroffen, das Ernst noch zusätzliche Bänke herbeibalancierte.

Es geht los: erst mal rundmachen.

Schlichten, was später mal der Dosenrand werden soll.

Innen wird ausgebohrt. Spezialbohrer. Bohrt nicht mit Stahl, nicht mit Laserlicht, sondern mit Schall.

Eva ist nicht musikalisch genug für diese süßen Töne. (Ich auch nicht.)

Nun eine nette Hohlkehle setzen:

und sauber die Schräge mit dem Meissel.

Und dann schlichten.

Abstechen…

Und etz kommt schon der Deckel. Muss sitzen!

Drauf auf den Spund. Hobbla, basst net. Aber wofür gibt es Tempos und Wasser? Also ab ins berühmte Pappmaché-Futter. Schmatzt, saugt und hält.

Hält sogar so gut, dass Ernst sein heiliges Brotzeitmesser hergeben muss, um das Ding wieder rauszupfriemeln. Man sieht hier übrigens keine Schleifspuren, das sind nur ornamentale Zierrillen, die Johannes mit dem 80er Schleifpapier aufgebracht hat.

Fertig! Rein mit dem Schnaps.

Jetzt wird es etwas anspruchsvoller. Erst mal den Zylinder herstellen. Da Maserholz, empfiehlt sich eine Röhre wie bei Querholz.

Nach dem Bohren, innen leicht erweitern, um einen Absazt für den innen passenden Deckel zu schaffen. Wandstärke ca. 1,5 mm, und das an der Baumkante.

Macht schon was her!

Sauber schleifen – aber ernsthaft, viel hat es nicht gebraucht!

Und abstechen.

Im letzte Moment auffangen! Wär ja schad.

So, Unterteil fertig.

Jetzt der Deckel: edle Mooreiche. Nichts ist ihm zu schad für uns! Ausbohren.

Und jetzt dünn auswalzen. Geht wie bei Pizza. Drehen und langsam ziehen, dann wird der Boden dünn.

Von der Mitte zum Rand, und von vorne wiedre nach hinten.

Das war schon gefährlich dünne, und man brauchte auch als Zuschauer gute Nerven.
Pure Angst machte sich breit!

Nochmal umspannen, auf einen präzisen Zapfen – und die Oberseite des Deckels sauber mit den Meissel schlichten.

Feddich is di Wor!

Im Anschluss, ein Hopfentrunk zur Beruhigung.

Und noch die Dikussion der unterschiedlichen Ergebnisse der Wackelfraktion.

Ist aber auch atemberaubend!

Das war mal wieder ein Abend voller Höhepunkte! Vielen Dank an Johannes, der mit eisernen Nerven eine erstklassige Vorführung geliefert hat, und an unsere Gastgeber Ernst und Uli natürlich auch!

– Matthias
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