Die Wunder der Geometrie

Schönen Sonntag Abend zusammen,

„Die Wunder der Geometrie“ – so hieß die 52. Erzählung aus der Radiosendung „Pops tönende Wunderwelt“, die bis 2011 25 Jahre lang jeden Sonntag bei Radio Bremen lief, der ich Woche für Woche entgegen fieberte, und die letztendlich der Formatisierung des Radios zum Opfer fiel, aber trotzdem bis heute Kult geblieben ist und nach wie vor eine große Fangemeinde hat.

„Die Wunder der Geometrie“ – dieser Titel fiel mir bei den Planungen zu diesem Projekt wieder ein. Entdeckt hatte ich diese Arbeit irgendwann einmal im Internet, und seitdem stand sie auf meiner Todo-Liste. Ich vermute mal, daß es auf der Seite der Delmano-Galerie war, die es anscheinend nicht mehr gibt, aber den Künstler wußte ich nicht mehr. Helmut hat mir den richtigen Hinweis gegeben – es ist Graem Priddle.

Mir war klar, das wird kompliziert, und es wurde kompliziert. Ich begann mit einer Zeichnung und verwarf sie wieder, auch die nächste und übernächste. Immer wieder tauchten neue Probleme auf, bis ich merkte, daß ich mich im Bereich von Funktionsgleichungen und Näherungsrechnungen befand, denn sobald ich einen x-beliebigen Parameter veränderte, veränderten sich automatisch alle anderen auch, und eine neue Zeichnung wurde fällig. Da meine Rest-Kenntnisse in Mathematik und Geometrie eher marginal sind, tastete ich mich schließlich zeichnerisch an eine Kompromisslösung heran, die mich letztendlich aber voll zufrieden stellt. Es schlossen sich noch drei Wochen Praxisarbeit an, dann war es vollbracht:

Auf meiner Webseite habe ich wie immer einen ausführlichen Bildbericht mit Erläuterungen und diesmal sogar mit einem Video eingestellt. Ich glaube, es lohnt sich, mal reinzugucken:
http://www.michael-zwingmann.de/html/drechselarbeiten/Werkstattberichte/Die Wunder der Geometrie/Die Wunder der Geometrie.htm

Viel Spaß

Michael

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6 Responses to Die Wunder der Geometrie

  1. HelmutHelmut says:

    Hallo Michael
    Ein mächtiger Aufwand der hinter dieser Schale steckt. Ich finde dieses Teil sehr ansprechend. Der Neuseeländer Graem Priddle ist in dieser Art der Gestaltung schon seit mehr als einem Jahrzehnt ein hervorragendes Vorbild.
    Gruß
    Helmut

  2. MichaelMichael says:

    Hallo Helmut,
    Auf der Webseite von Graem Priddle ist gerade eine ähnliche Schale abgebildet. Er hat sie nochmal aufgemotzt durch Schnitzerei und koloriert. Die Löcher sind wohl auch nicht gebohrt.
    Ob der Aufwand, den ich mir gemacht habe, sein muß, oder ob es auch eine einfachere Lösung gibt, weiß ich nicht. Mir ist jedenfalls nichts besseres eingefallen. Aber einen riesigen Spaß hat es gemacht, als die 17kg-Vorrichtung auf der Maschine rotiert hat, das war allein den Aufwand wert.
    Gruß
    Michael

  3. ManfredManfred says:

    Guten Abend Helmut,

    deine Worte kann ich nur bestätigen und habe auch in diesem Sinne mit Michael gesprochen.
    Wir haben ja den Neuseeländer bei MAGMA schon öfters gesehen.

    Die Füße hoch und in einer Seelenruhe mit seinen unzähligen Brandstempeleisätzen Muster in seine eigenwilligen, unverkennbaren und höchst aufwendigen Objekten gebrannt.

    Ich habe einmal nach dem Preis gefragt. Berechtigt……dafür kann er sich wirklich Zeit lassen !

    Gruß
    Manfred

  4. MichaelMichael says:

    Hallo,
    inzwischen habe ich noch mehr Schalen von Graem Priddle nach diesem Prinzip im Netz gefunden. Anscheinend dreht er die Öffnungen heraus, und zwar hinterdreht, so daß sie auch seitlich ineinander greifen. Das würde das Ganze deutlich einfacher machen, man braucht nur exzentrisch aufzuspannen mit Gegengewicht. Ich werde mich wohl bei Gelegenheit nochmal mit diesem Thema beschäftigen müssen.
    Gruß
    Michael

  5. Roland ZierkRoland Zierk says:

    Ich ziehe meinen Hut vor Dir! Ganz große Klasse!

  6. MichaelMichael says:

    Danke Roland, aber Hut schnell wieder aufsetzen, es soll nochmal kalt werden!

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