Segmentdrechseln

Zwei Segmentschüsseln. Die eine Eiche Natur mit einem einfachen Muster aus Birke und die andere geräuchert und ebenfalls mit Muster. Wenn man beim Segmentdrechseln Hölzer mit Gerbsäureanteil und welche ohne Gerbsäure mischt, kann man durch Räuchern mit Ammoniak den Kontrast verbessern. Beide Schüsseln sind mit einem selbst herstellten Finish aus Bienenwachs, Carnaubawachs und Walnussöl behandelt.

Los geht es mit einer Zeichnung, in diesem Fall ganz analog. Das hier ist ein senkrechter Schnitt durch die Schüssel zur Festlegung der Segmentbreite und der Stärke im Maßstab 1 : 1. Wie man hier sieht, sind die Segmente jeweils ca. einen Zentimeter breiter, wie die Kontur der Schüssel. Das unterste Teil ist kein Segmentring, sondern eine Scheibe 30 mm stark und mit einem Durchmesser von 210 mm. Die Länge der einzelnen Segmente ermittelt man am einfachsten mit einem Online-Geometrierechner oder einer entsprechenden App fürs Handy. Zeichnerisch oder mit dem Taschenrechner geht natürlich auch. In diesem Fall handelt es sich um ein 16-Eck. Der Winkel wäre dann 22,5°.

Hier ist zur Kontrolle einmal das kürzeste und das längste Segment gezeichnet. Kann man sich eigentlich sparen. Wie man sieht, passt es.

Das ist der größte Teil des Materials, Es handelt sich um Reste von einem anderen Projekt.

Mit dieser Säge wurden die Segmente zugeschnitten.

Hier ist der Schlitten umgebaut zum Schneiden der Segmente mit Einstellschablone für ein 16-Eck. Die Schablonen kann man sich auch fertig aus Kunststoff kaufen. Für Sechsecke, Achtecke und Zwölfecke funktioniert es auch mit normalen Zeichendreiecken. Neudeutsch heißen die Dinger “Wedgies”. Wenn man Zugang zu einer absolut genauen Säge hat, kann man sie auch selbst schneiden, wie hier geschehen. Es sollte auf das Zehntel-Grad passen, denn die Ungenauigkeiten summieren sich und die Ringe passen nicht.

Hier sieht man den Zuschnitt kleiner Teile mit Andrückholz, Finger wachsen bekanntlich nicht nach. Noch besser wäre ein Kniehebelspanner.

Leichter geht es, wenn man die Segmente von Leisten herunterschneidet. Man macht auf eine schmale und eine breite Seite eine Strich. Der Strich auf der breiten Seite sollte immer oben sein und der Strich auf der schmalen Seite sollte immer am Anschlag anliegen. Diese Methode wird in diesem Video genau beschrieben. Wichtig ist der Spaltkeil und Dreikantleiste neben dem Sägeblatt, damit die Segment nach dem Schneiden nicht an das Sägeblatt kommen und zurückgeschleudert werden.

Beim Verleimen sollte der Strich auf der breiten Seite immer oben sein. der Strich auf der Schmalen Seite sollte abwechselnd auf Innen- und der Außenseite sein. Dann passt es am Besten.

Beim Verleimen werden die Segmente auf einen Streifen Abdeckband gedrückt. Das verhindert auch, dass die Segmentringspanner nicht allzusehr mit Leim verschmutzt werden.

Hier sind schon ein paar Ringe eingespannt.

Wenn der Zuschnitt nicht exakt genug war, kann man den Ring auch teilen, das heißt auf zweimal verleimen.

Danach gerade schneiden.

Und noch einmal verleimen.

Das Planen der einzelnen Segmentringe geht am bequemsten mit einem Zylinderschleifer. Man kann sie je nach Größe auch am einem Tellerschleifer plan schleifen.

Hobeln geht auch, aber eine Zuführlade beim Abrichten ist Pflicht. Außerdem hobelt man stellenweise parallel zur Faser. Da können die Kanten schon mal wegbrechen.

Hier ist der unterste Segment mit einem Planscheibenring auf das Futter gespannt, um die Mitte für das Bodenbrett festzulegen.

Beim Verleimen müssen die Ringe um die halbe Segmentlänge versetzt sein. Dann werden sie mit ein paar Tropfen aus der Heißklebepistole gesichert, damit sie sich beim Pressen nicht verschieben.

Die erste Pressung. Die Schüssel wurde auf zweimal gepresst. So verteilt sich der Druck besser.

Der zweite Durchgang.

Das Drechseln der Außenseite, aufgespannt mit Planscheibenring und verlängerten Spannbacken. Hier wurden die gleichen Schraubenlöcher benutzt, wie für die Suche der Mitte fürs Bodenbrett.

Außenseite fertig. Der Zapfen bleibt dran.

Die Löcher vom Planscheibenring verschwinden beim Aushöhlen.

Fertig!

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