
Oktobertreffen der Drechselfreunde
Auch beim Oktobertreffen der Drechselfreunde Franken gab es wieder einiges zu sehen, zu besprechen und natürlich auch zu drechseln. Neben den mitgebrachten Arbeiten unserer Mitglieder stand diesmal vor allem ein Thema im Mittelpunkt: die Linsenvase. Walter hatte sich bereit erklärt, uns Schritt für Schritt zu zeigen, wie ein solches Objekt entsteht – einschließlich einiger interessanter Hilfsmittel und Vorrichtungen, die er sich dafür gebaut hat.
Bevor es an die Drechselbank ging, aber zunächst noch ein Blick auf das gespannte Publikum.







Mitgebrachte Arbeiten
Auch bei den mitgebrachten Objekten spiegelte sich das Thema des Abends deutlich wider. Gleich mehrere Linsenvasen hatten den Weg zu unserem Treffen gefunden. Daneben gab es aber wie immer auch ganz andere Arbeiten, Ideen und selbst gebaute Hilfsmittel zu entdecken.
An dieser Stelle noch einmal der Hinweis: Die einzelnen Bilder der Galerie können per Mausklick vergrößert werden. In der vergrößerten Ansicht finden sich weitere Informationen zu den jeweiligen Objekten. Dort können über die Funktion „Ergänzung zu diesem Bild hinzufügen“ am unteren Bildrand auch zusätzliche Informationen und Kommentare hinterlassen werden.
Alles bereit für die Vorführung
Dann konnte es losgehen. Für die Vorführung war technisch alles vorbereitet: Der Kameramann stand bereit,

das Mischpult war besetzt,

und über die Projektionsleinwand konnten alle Zuschauer genau verfolgen, was an der Drechselbank geschah.

Walter stellte zunächst das Thema und seine Vorgehensweise vor – und dann ging es ans Holz.

Vom Rohling zur Grundform
Am Anfang steht, wie so oft beim Drechseln, ein zunächst noch wenig spektakulärer Rohling. Dieser wird als Erstes sauber rundgedrechselt und damit für die weiteren Arbeitsschritte vorbereitet.

Das Wichtigste bei einer Vase ist natürlich das Loch – schließlich soll sie später ihrem bestimmungsgemäßen Einsatz nachkommen können. Krumm und schief war gestern: Walter zeigte uns, wie er mit seiner Bohrvorrichtung eine exakte und gerade Bohrung in das Werkstück bekommt.

Anschließend wird die Größe der späteren Spannfutteraufnahme angezeichnet.

Mit dem Abstecher wird anschließend eine passende Nut eingestochen und so weit freigedrechselt, dass das Werkstück für die nächsten Arbeitsschritte sicher gespannt werden kann.


Die Linsenform entsteht
Nun kommt die erste Außenseite an die Reihe. Schritt für Schritt wird aus dem zunächst zylindrischen Rohling die charakteristische gewölbte Form der Linsenvase herausgearbeitet.



Dabei geht es nicht nur darum, Material abzutragen. Entscheidend ist vor allem, eine gleichmäßige und harmonische Rundung zu erzeugen. Zum Glätten der Oberfläche setzt Walter seinen Spezialschaber ein.

Umdrehen und die zweite Seite bearbeiten
Ist die erste Seite weitgehend fertig, wird das Werkstück umgespannt und die zweite Seite kommt an die Reihe. Auch hier wird die Rundung nach und nach herausgearbeitet und an die bereits fertige Seite angepasst.


Spätestens jetzt bekommt man schon einen recht guten Eindruck davon, wie das fertige Objekt einmal aussehen wird.


Schleifen mit „Badeschlappen“
Nein, das ist kein Badeschlappen – auch wenn man im ersten Moment durchaus auf diese Idee kommen könnte. Es handelt sich um Walters Schleifhilfe, mit der sich die gewölbte Oberfläche der Linsenvase bearbeiten lässt.

Der Spannzapfen muss weg
Für die letzten Arbeiten wird die Vase in einer speziellen, weich gepolsterten Aufnahme gehalten und zusätzlich mit dem Reitstock gesichert. So lässt sich weiterarbeiten, ohne die bereits fertige Oberfläche zu beschädigen.

Der Spannzapfen wird nun bis auf einen kleinen Rest abgedrechselt.


Was danach noch stehen bleibt, wird mehr oder weniger in Handarbeit entfernt und sauber verschliffen.

Eine Vorrichtung für den letzten Schnitt
Auch für den nächsten Arbeitsschritt hat Walter eine passende Aufnahme gebaut. Sie hält das fast fertige Objekt so, dass der Boden auf der Bandsäge sicher abgesägt werden kann.


Zumindest war das der Plan. Die dafür bestellte Bandsäge hatte allerdings beschlossen, nicht rechtzeitig zu unserem Treffen zu erscheinen. Also musste improvisiert werden – und Ernst übernahm diesen Arbeitsschritt kurzerhand mit der Handsäge.

Das Ergebnis scheint jedenfalls zur allgemeinen Zufriedenheit ausgefallen zu sein.

Die letzten Handgriffe
Zum Schluss wird noch die obere Vertiefung sauber geschliffen. Damit sind die wesentlichen Arbeiten abgeschlossen.

Und hier noch einmal das fertige Objekt zusammen mit seinem Schöpfer.

Zum Schluss
Damit ging eine interessante und anschauliche Vorführung zu Ende, bei der es nicht nur um das eigentliche Drechseln einer Linsenvase ging. Mindestens ebenso interessant waren die kleinen Tricks, Hilfsmittel und selbst gebauten Vorrichtungen, mit denen Walter die einzelnen Arbeitsschritte löst. Vielen Dank an Walter für die Vorführung – und natürlich auch an alle, die mit ihren mitgebrachten Arbeiten, Fragen und Beiträgen wieder zu einem abwechslungsreichen Treffen beigetragen haben.
Weiter entdecken
zu den Objekten aus der Galerie

Verzinnen mit Manfred
ein Beitrag aus unserem Archiv, vom Dezember 2008

Sternstunden mit Helmut
Bericht vom Februar 2025, Helmut drechselt einen Stern aus einem Würfel

Passend zum Design der Linsenvase
Jürgen drechselt eine Dose nach Lüder Baier, ein Beitrag aus unserem Archiv vom April 2019




Schade, dass ich nicht dabei war! Super gemacht, Walter! Ich genieße noch die letzten Tage auf Fuerteventura! Grüße Wolfgang
Lieber Walter, vielen Dank für deinen tollen Vortrag. Er war perfekt vorbereitet und sehr interessant. Ich konnte Einiges für mich mitnehmen! Respekt – es traut sich nicht jeder vor der großen Mannschaft zu stehen! Aber ich hoffe, du hast ein paar weitere Kollegen motiviert. Viele Grüße