
Eine alte Drechslerregel besagt, dass bei einem Hohlgefäß oder bei einer Schale die Innenform der Außenform folgen soll. Das ergibt ein harmonisches Gesamtbild und gewährleistet auch eine gleichmäßige Trocknung bei Nassholz. Mit einem Wandungstaster sollte die Wandstärke beim Aushöhlen kontinuierlich überprüft werden. Beim jüngsten Onlinetreffen diskutierten wir verschiedene Arten dieses so nützlichen Werkzeugs. Jürgen zeigte dieses Teil von Drechselmeister, bei dem die Wandstärke abgelesen werden kann. Mit ihm kann er bis zu einer Tiefe von 310 mm messen.

Berthold wollte seiner Freundin eine Schmuckdose drechseln und stellte drei Versionen vor. Diese Dose ist aus Roteiche und wurde mit Hartwachsöl behandelt. Sie hat einen Durchmesser von neun Zentimeter und ist sechs Zentimeter hoch. Den Deckel aus Eiche hatte er mit Eisenoxid schwarz gefärbt. Eisenoxid erhält man, indem man Stahlwolle oder Stahlspäne mit Essigessenz reagieren lässt. Mit der abgesiebten Flüssigkeit lässt sich Eiche gut beizen.

Die zweite Dose mit einem Durchmesser von sechs Zentimeter ist aus Ulmenholz. Den oberen Rand hat er sägerau gelassen. Dies gefiel nicht jedem. Auch der versenkte Deckel wurde von einigen kritisiert. Djamil empfahl, den Deckel unten breiter zu machen und damit den oberen Rand der Dose zu verdecken.

Diese sechs Zentimeter hohe Dose ist ebenfalls aus Eiche. Der abgedunkelte Deckel wurde mit Salmiak geräuchert.

Angeregt von einem Video des sogenannten Minidrechslers Hermann Straeten hat Norbert dreieckige Miniaturdosen mit einem kleinen Kreisel gedrechselt. Er erklärte uns, wie aus einem einfachen Holzwürfel eine beeindruckende dreieckige Dose entsteht. Die Dose mit einer Kantenlänge von fünf Zentimeter ist aus Fichte, der Kreisel aus dunklem Nussbaum.

Aus einem zehn Zentimeter großen Würfel gelang ihm die linke Form. Mit Deckel ist sie 17 Zentimeter hoch. Den Deckel hat er schwarz gebeizt und dann mit Klarlack beschichtet.

Er erklärte uns die einzelnen Herstellungsschritte und beschrieb, wie er die Teile aufgespannt hatte. Dazu hat er extra eine kleine hölzerne Aufnahme geschnitzt, mit der eine Ecke des Würfels eingeklemmt werden konnte.

Einen Traum für Kinder, der ein Alptraum für die Eltern werden kann, hat Walter F. gedrechselt. Beim Drehen dieser Instrumente entsteht ein lautes Klappern, was bei Kindern sehr beliebt ist. Die Scheiben haben einen Durchmesser von neun Zentimeter. Die Klapperrolle ist elf Zentimeter breit.

Es schaut so aus, als ob Walter in den letzten Wochen viel Durst gehabt hat. Aber nein, mit den abgeschnittenen Flaschen hat er eine Serie von Windlichtern aus gestockter Birke geschaffen.

Es ist Pizzazeit! Deshalb hatte Gerhard ein Nudelholz zum Ausrollen des Teiges gedrechselt. Der Rollkörper aus Eiche hat eine Bohrung, in der eine hölzerne Achse steckt. Diese hat er mit den Griffen verleimt.

Helmut und seine Kugelvasen. Diesmal wollte er es genau wissen und stellte uns ein Design für zwei verschiedene Vasen vor. Der untere Teil besteht bei beiden Modellen jeweils aus einer Kugel. Sie unterscheiden sich am Vasenhals. Nach dem Drechseln will Helmut sein Kunstwerk, wie schon bei seiner Vorstellung in der letzten Woche, karbonisieren. Die Drechselfreunde diskutierten viele Verbesserungsvorschläge. Wir sind gespannt, welche Helmut davon umsetzen wird.

“Wachstum” soll diese Form signalisieren, war die Meinung der Gruppe. Ich hatte dieses Teil vor Jahren mit einer normalen Drehbank und einer angeschliffenen Feile gedrechselt, nein besser geschabt. Den oberen Teil habe ich mit verschiedenen Schnitzmessern bearbeitet.

Das “Wachstum” hat einen Durchmesser von zwölf Zentimeter und ist 50 Zentimeter hoch.