
Das Aushöhlen von größeren Objekten gehört zu den Fertigkeiten eines erfahrenen Drechslers. Erfahrung habe ich noch wenig, trotzdem wollte ich mich dieser Herausforderung stellen. Beim jüngsten Onlinetreffen stellte ich mein erstes Werk zu diesem Thema vor. Die 35 Zentimeter hohe Vase habe ich aus einem Wurzelstock einer Hemlocktanne gedrechselt. Sie hat an der stärksten Stelle einen Durchmesser von 18 Zentimeter. Die Wandstärke beträgt sechs bis acht Zentimeter. Zum sicheren Einspannen beim Aushöhlen nutzte ich eine von mir vorher gebaute Lünette. Ausgehöhlt habe ich mit dem Ausdrehwerkzeug Woodcut.

Die Hemlocktanne wurde im letzten November gefällt und zierte zwei Monate lang als Christbaum den Dorfplatz von Filchendorf. Im Frühjahr habe ich den Wurzelstock ausgegraben und nach wenigen Wochen der Lagerung die Vase gedrechselt und diese danach mit dem Grünholz-Holzstabilisator Pentacryl eingestrichen. Nach einem zirka dreiwöchigen Trocknungsprozess habe ich die Außenseite noch einmal leicht überdrechselt und dann bis zu einer 400er Körnung geschliffen. Die Oberfläche wurde anschließend zweimal mit Steinert Drechselöl behandelt. Dank Pentacryl entstanden beim Trocknen keine Risse und nur ein minimaler Verzug, der beim finalen Überdrechseln beseitigt wurde.

Eine ungewöhnliche Linsenvase zeigte uns Walter F. Sie hat einen Durchmesser von 20 Zentimeter und ist 4,5 Zentimeter dick. Da er die Bohrung für das Reagenzglas nicht am Anfang des Drechselprozesses gemacht hatte, verlief diese außermittig. So hat diese Vase zwei Seiten.

Dieser “Fehler” verursachte bei Anwesenden eine angeregte Diskussion. Die Hauptmeinung war schließlich, dass diese Art der Ausführung außergewöhnlich ist. Je nach Laune kann die Besitzerin die verschiedenen Ansichten als Vorderseite wählen.

Walter F. hatte seinen Brennholzstapel durchsucht und ein Stück gestockte Birke vor dem Feuertod gerettet.

Die daraus entstandene Dose hat einen Durchmesser von acht Zentimeter und ist mit Deckel zehn Zentimeter hoch.

Zum Lagern von Tee hatte Walter eine Teedose aus Kirschbaumholz gedrechselt. Er hatte sie nass vorgedrechselt und war überrascht, dass sie sich nach dem Trocknen kaum verzogen hatte. Die Dose hat einen Durchmesser von neun Zentimeter und ist 18 Zentimeter hoch.

Um das feine Aroma des Tees bestmöglich zu bewahren, haben Teedosen innen einen zweiten Deckel.

Der Innendeckel schließt die Dose luftdicht ab und verhindert dadurch, dass der Tee oxidiert und an Geschmack verliert.

Aus einem alten Apfelbaum drechselte Wolfgang E. eine Schale und aus einem Ast eine schlanke Vase. Diese ist 18 Zentimeter hoch und hat einen Durchmesser von sieben Zentimeter.

Die flache Schale hat einen Durchmesser von zwanzig Zentimeter und ist sechs Zentimeter hoch.

War Helmut kürzlich in Griechenland und hat diese herrliche Amphore dort ausgegraben?
Nein, Drechsler machen nichts Illegales! Helmut hat nach dem Vorbild griechischer Amphoren dieses vielbeachtete Werk geschaffen. Das Meisterstück besteht aus Fichtenholz, ist 29 cm hoch und hat an der stärksten Stelle einen Durchmesser von 18 cm. Wie schon bei kürzlich gezeigten Werken, wählte der erfahrene Drechsler als Methode zur Holzveredelung das Karbonisieren. Diesen Vorgang beschrieb er uns bereits detailliert beim Onlinetreffen vom 16. April 2026.
Die Teilnehmer diskutierten die Konstruktion der Vase. Sie ist fast vollkommen. Nur der oberer Rand kam einigen zu stark vor. Dieser sollte dünner sein, um die Vase optisch leichter wirken zu lassen.

Zum Abschluss zeigte uns Dietmar ein Teelicht aus Kirschbaum. Es ist sieben Zentimeter hoch und hat einen Durchmesser von elf Zentimeter. Hier konzentrierte sich die Diskussion der Drechselfreunde auf das Teelichtglas, das aus dem Holz herausragt. Einige meinten, dass dieses im Holz versenkt werden sollte. Anderen gefiel diese Ausführung, weil dadurch ein interessanter Schatteneffekt entsteht. Ein Vorschlag, die Kante in der Mitte und oben scharf zu gestalten, fand die Zustimmung der Diskutierenden.