20 Jahre Drechselfreunde Franken

Eine Chronik von Menschen, Holz, Technik und Freundschaft

2006–2026


Vorwort

Zwanzig Jahre – und was bleibt?

Zwanzig Jahre Drechselfreunde Franken.

Wenn man diese Zahl hört, denkt man zunächst vielleicht an Termine, Stammtische, Workshops, Ausstellungen und Vorführungen. Aber wer die Drechselfreunde kennt, weiß: Das allein würde unserer Geschichte nicht gerecht.

Denn die Geschichte der Drechselfreunde Franken ist vor allem eine Geschichte von Menschen.

Von Menschen, die sich für Holz begeistern. Von Menschen, die ihr Wissen teilen. Von Menschen, die sich gegenseitig helfen, wenn ein Werkzeug nicht so funktioniert wie gedacht oder ein Werkstück plötzlich eine ganz andere Form annimmt als geplant.

Es ist eine Geschichte von gemeinsamen Abenden, von Werkstätten und Scheunen, von Spänen und Werkzeugen, von Brotzeiten und Kuchen, von Diskussionen über Holz, Werkzeuge und Techniken – und manchmal auch von Gesprächen, die mit dem Drechseln überhaupt nichts mehr zu tun hatten.

Und genau diese Mischung hat die Drechselfreunde Franken über zwei Jahrzehnte geprägt.

Was im Mai 2006 mit einem ersten Treffen fränkischer Hobbydrechsler begann, entwickelte sich zu einer Gemeinschaft, deren Mitglieder über ganz Franken und darüber hinaus verteilt sind. Heute verbinden uns nicht nur regelmäßige persönliche Treffen, sondern auch Online-Stammtische, Workshops, Ausstellungen und vor allem viele persönliche Freundschaften.

Diese Chronik versucht, diese Entwicklung festzuhalten.

Nicht als vollständiges Protokoll jedes einzelnen Treffens – das wäre nach zwanzig Jahren kaum möglich –, sondern als Sammlung wichtiger Stationen, besonderer Menschen und kleiner Geschichten, die zeigen, was die Drechselfreunde Franken ausmacht.


2006 – Der Anfang

Alles beginnt mit einem Treffen

Der Ursprung der Drechselfreunde Franken liegt im Mai 2006.

Damals trafen sich erstmals fränkische Hobbydrechsler. Was daraus einmal werden würde, konnte zu diesem Zeitpunkt wohl niemand ahnen.

Es gab noch keine zwanzigjährige Geschichte, keine Jubiläumsreihe und keine Vorstellung davon, dass sich einmal mehr als hundert Aktive zu dieser Gemeinschaft zählen würden.

Es gab zunächst nur eine gemeinsame Begeisterung:

Drechseln.

Die Idee war einfach: Menschen mit Interesse am Drechseln sollten sich treffen können, ihre Arbeiten zeigen, Erfahrungen austauschen und voneinander lernen.

Aus diesem ersten Treffen entwickelte sich nach und nach ein regelmäßiger Stammtisch.

Und damit begann die Geschichte der Drechselfreunde Franken.

Die Jubiläumsbeiträge auf der heutigen Webseite erinnern ausdrücklich daran, dass der Ursprung im Mai 2006 bei einem ersten Treffen fränkischer Hobbydrechsler lag.


2007 – Aus einer Idee wird regelmäßige Gemeinschaft

Schon die archivierten Beiträge aus dem Jahr 2007 zeigen, dass sich aus dem ersten Treffen eine lebendige Gemeinschaft entwickelt hatte.

Ein besonders schönes Zeitdokument ist der Bericht über das Dezembertreffen 2007.

Es ging damals um weihnachtliche Drechselarbeiten und die aus dem Erzgebirge bekannte Herstellung von Spanbäumchen. Manfred fertigte Bäumchen, zahlreiche weitere Arbeiten wurden gezeigt und gemeinsam begutachtet.

Der eigentliche Inhalt des Treffens war aber nur ein Teil der Geschichte.

In dem damaligen Bericht wird deutlich, wie wichtig bereits zu dieser Zeit das offene Gespräch über die gezeigten Arbeiten war. Die Mitglieder konnten ihre Stücke mitbringen, darüber diskutieren und sich gegenseitig Rückmeldungen geben.

Dabei wurde ausdrücklich festgestellt, dass bei den gezeigten Arbeiten innerhalb relativ kurzer Zeit deutliche Fortschritte zu erkennen waren.

Das ist rückblickend bemerkenswert.

Denn genau dieser Gedanke zieht sich durch die gesamten zwanzig Jahre:

Man wird besser, weil man voneinander lernt.

Und natürlich gehörte schon damals das gemütliche Beisammensein dazu.

Nach dem Drechseln wurde gemeinsam gegessen, getrunken und geredet. Der Bericht erwähnt sogar einen mitgebrachten Wein und selbstgemachte Plätzchen.

Die Drechselfreunde waren also schon damals mehr als ein technischer Arbeitskreis.


2008 – Drechseln, Ausprobieren und viel Gemeinschaft

Das Jahr 2008 lässt sich anhand der alten Webseitenbeiträge besonders schön nachvollziehen.

Die Beiträge sind nicht nüchtern geschrieben. Sie sind persönlich, humorvoll und manchmal bewusst fränkisch.

Und gerade deshalb vermitteln sie einen Eindruck davon, wie die Treffen damals wirklich gewesen sein müssen.


Januar 2008 – Schalenstecher und Werkstattbesuch

Für das Januartreffen wurde ein ungewöhnliches Thema angekündigt:

Schalenstecher.

Ulrich Lanz lud die Drechselfreunde in seine Werkstatt in Hilpoltstein ein. Sein Kellerrefugium war etwa 25 Quadratmeter groß und sollte Platz für ungefähr ein Dutzend Teilnehmer bieten.

Verschiedene Systeme sollten gezeigt und ausprobiert werden, unter anderem ein Woodcut-Schalenstecher und das Kelton-System. Auch ein Oneway-System sollte möglichst als Vorführgerät dazukommen.

Besonders schön ist dabei der Geist des Treffens: Jeder durfte eigene Werkzeuge und Systeme mitbringen.

Es ging also nicht darum, eine einzige „richtige“ Lösung vorzustellen.

Man wollte verschiedene Möglichkeiten kennenlernen und ausprobieren.

Der anschließende Bericht ist fast schon eine kleine Familiengeschichte.

Kinder schauten in die Werkstatt, wunderten sich über die vielen Späne und die großen Werkzeuge und stellten fest, dass dort offenbar sehr viele Männer herumstanden, während einige wenige tatsächlich arbeiteten.

Solche Details machen deutlich, dass die alten Beiträge nicht nur technische Dokumentation waren.

Sie waren Erinnerungen an gemeinsame Abende.


Februar 2008 – Das Ei

Im Februar stand ein auf den ersten Blick ganz einfaches Werkstück auf dem Programm:

ein gedrechseltes Ei.

Was zunächst einfach klang, erwies sich als deutlich schwieriger.

Der erste Versuch misslang. Werkzeuge wurden ausprobiert, Ursachen diskutiert und verschiedene Lösungswege gesucht.

Schließlich gelang es doch, ein nahezu perfektes Ei herzustellen.

Und genau hier zeigt sich ein Prinzip, das die Drechselfreunde bis heute begleitet:

Man darf etwas ausprobieren.

Man darf scheitern.

Man darf darüber lachen.

Und man versucht es anschließend noch einmal.

Der Abend endete wie so viele Treffen der Drechselfreunde: mit weiteren Werkstücken, Gesprächen, Essen und Erfahrungsaustausch.

Unter anderem wurden neue Arbeiten vorgestellt, darunter Gefäße und chinesische Kugeln.

Der Bericht endet sinngemäß mit einem Bild, das für die Gemeinschaft typisch ist:

Ein gemütlicher Abend mit angenehmen Freunden – und einige gingen erst weit nach Mitternacht nach Hause.


März 2008 – 17 Teilnehmer und die erste neue Werkstatt

Im März 2008 waren bereits 17 Teilnehmer beim Treffen dabei.

Das Thema:

Pfeifen drechseln

Ulrich zeigte Schritt für Schritt, wie aus einem kleinen Holzrohling eine Pfeife entstehen konnte.

Dabei kamen auch ungewöhnliche Werkzeuge und selbst gefertigte Hilfsmittel zum Einsatz.

Besonders interessant war die Herstellung eines gefangenen Rings an der Pfeife. Das Verfahren wurde vorgeführt und anschließend konnten die Teilnehmer den Prozess nachvollziehen.

Auch hier wird wieder deutlich, dass die Vorführung nicht als Frontalunterricht gedacht war.

Einer arbeitete – und die anderen schauten zu, fragten, kommentierten und hatten ihren Spaß.

Ein Teilnehmer schrieb anschließend, dass er zum ersten Mal dabei gewesen sei und sich als Anfänger über die freundliche Aufnahme und die vielen wertvollen Tipps gefreut habe.

Das ist ein kleines, aber wichtiges Detail.

Denn es zeigt:

Neueinsteiger waren willkommen.

Das sollte sich in den kommenden Jahren nicht ändern.


Mai 2008 – Technik zum Selberbauen

Das Maitreffen fand in Neusles bei Gräfenberg statt.

Damit taucht ein Ort in der Chronik auf, der später eine ganz besondere Bedeutung bekommen sollte.

Thema des Abends war das Drechseln mit selbst gebautem Vakuumwerkzeug.

Friedrich hatte eine komplette Vakuumspanneinrichtung selbst konstruiert.

Gezeigt wurden unter anderem:

  • Vakuumpumpe
  • Schlauchsystem
  • Fußschalter
  • Manometer
  • selbst gebaute Spannfutter
  • verschiedene technische Lösungen für die Verbindung mit der Drechselbank

Das Spannende daran war nicht nur die Technik.

Die Teilnehmer durften die Einrichtung selbst ausprobieren. Danach wurde gemeinsam gegessen und im Garten bis spät in die Nacht diskutiert.

Hier zeigt sich eine weitere Besonderheit der Drechselfreunde:

Selbermachen und Tüfteln gehören dazu.

Nicht alles muss gekauft werden.

Manchmal ist die selbst gebaute Lösung mindestens genauso interessant wie das fertige Produkt aus dem Handel.


Juni 2008 – Werkzeuge zum Aushöhlen

Auch beim Junitreffen ging es um Technik.

Verschiedene Werkzeuge zum Aushöhlen wurden ausprobiert.

Eine bereits vorbereitete Vase von Gerhard wurde eingespannt und mit unterschiedlichen Werkzeugen weiterbearbeitet.

Die Teilnehmer durften selbst Hand anlegen.

Verschiedene Werkzeuge wurden miteinander verglichen, Fehler wurden gemacht und anschließend diskutiert.

Der Bericht bringt dabei einen Gedanken auf den Punkt, der bis heute gilt:

Jedes Werkzeug hat seine Vor- und Nachteile.

Es gibt nicht immer die eine perfekte Lösung.

Und genau darüber lohnt es sich, miteinander zu reden.


Die frühen Jahre – Technik und Geselligkeit gehören zusammen

Die Berichte aus den Jahren 2007 und 2008 vermitteln ein sehr klares Bild:

Die Drechselfreunde waren schon damals eine Mischung aus

Werkstatt + Lehrstunde + Stammtisch + Freundeskreis.

Die Themen waren vielfältig.

Mal ging es um Schalenstecher.

Mal um Pfeifen.

Mal um Eier.

Mal um Vakuumspanntechnik.

Mal um Werkzeuge zum Aushöhlen.

Aber immer ging es auch um die Menschen.

Man brachte Werkzeuge mit.

Man zeigte eigene Arbeiten.

Man half sich.

Man diskutierte.

Und danach saß man zusammen.

Diese Mischung sollte zum Markenzeichen der Drechselfreunde werden.


2010–2015 – Wissen wird weitergegeben

Die Entwicklung der folgenden Jahre lässt sich besonders gut an den Vorführungen erkennen.

Gerhard Staudacher war von Anfang an ein aktiver Teil der Gemeinschaft und hielt regelmäßig Vorträge und Vorführungen.

Dokumentiert sind unter anderem:

2010 – Der Meißel

2011 – Oberflächenbehandlung

2012 – „Schärfe ist das A und O“

2015 – Strukturieren von Oberflächen

2015 – Kreativität

Diese Themen zeigen, wie breit der Wissensaustausch inzwischen geworden war. Es ging nicht mehr nur um das Erlernen einzelner Drechseltechniken, sondern auch um Gestaltung, Werkzeugführung, Oberflächen und die Entwicklung eines eigenen Stils.


2011 – Gleiche Rohlinge, verschiedene Schalen

Ein Stück Holz – viele Ideen

Im Winter 2011 entstand bei den Drechselfreunden eine besondere Aktion, die eindrucksvoll zeigte, wie unterschiedlich die gestalterischen Wege beim Drechseln sein können.

Die Idee dazu hatte Andreas Dach. Aus drei alten, gut abgelagerten Kirschbaum-Bohlen, die ihm ein Freund bei einer Aufräumaktion überlassen hatte, entstanden zahlreiche gleichartige Rohlinge.

Die Bohlen waren etwa 1,40 Meter lang, 22 Zentimeter breit und 6 Zentimeter dick. Andreas schnitt daraus auf der Bandsäge runde Rohlinge mit einem Durchmesser von etwa 13 Zentimetern und einer Stärke von 6 Zentimetern.

Beim nächsten Stammtisch erhielt jeder Teilnehmer einen solchen Rohling.

Die Vorgabe war denkbar einfach:

Aus diesem Rohling sollte eine Schale entstehen.

Wie diese Schale aussehen sollte, blieb jedem selbst überlassen. Form, Gestaltung und Oberfläche waren völlig frei. Sie musste nicht einmal eine praktische Funktion erfüllen – auch eine rein künstlerische Umsetzung war ausdrücklich möglich.

Damit war die Ausgangslage für alle gleich.

Und genau das machte den Reiz der Aktion aus.


Zwei Monate später: die große Überraschung

Als sich die Drechselfreunde etwa zwei Monate später wieder trafen, wurden die fertigen Arbeiten zusammengetragen.

Das Ergebnis war beeindruckend:

Keine Schale glich der anderen.

Aus identischen Rohlingen waren ganz unterschiedliche Objekte entstanden. Jeder Teilnehmer hatte seine eigenen Vorstellungen, Erfahrungen und gestalterischen Ideen eingebracht.

Auch die angewandten Techniken unterschieden sich deutlich.

Zu sehen waren unter anderem:

  • klassische Drechselarbeiten
  • versetzte bzw. ungewöhnliche Drechseltechniken
  • Fräsarbeiten
  • Vergoldungen
  • gebeizte Oberflächen
  • geölte Oberflächen
  • lackierte Oberflächen
  • und viele weitere individuelle Gestaltungsideen.

Damit wurde aus einem einfachen gemeinsamen Projekt eine beeindruckende kleine Ausstellung.


Was diese Aktion gezeigt hat

Rückblickend war das Projekt weit mehr als nur eine gemeinsame Drechselaufgabe.

Es zeigte, welche Möglichkeiten in einem scheinbar einfachen Ausgangsmaterial stecken.

Alle Teilnehmer hatten denselben Rohling.

Aber jeder hatte einen anderen Blick auf das Holz.

Andere Erfahrungen.

Andere handwerkliche Fähigkeiten.

Andere Vorstellungen von Form und Gestaltung.

Und genau daraus entstand die Vielfalt der Ergebnisse.

Die Aktion machte außerdem sichtbar, wie unterschiedlich der damalige Erfahrungs- und Entwicklungsstand innerhalb der Gruppe war. Anfänger und erfahrene Drechsler arbeiteten mit derselben Ausgangssituation – und konnten anschließend voneinander lernen.

Damit verkörperte dieses Projekt einen Gedanken, der die Drechselfreunde bis heute begleitet:

Nicht der Rohling bestimmt das Ergebnis – sondern der Mensch, der ihn bearbeitet.

Und vielleicht war genau das die schönste Erkenntnis dieses Projekts.


2015 – DFF’ler drehen sich im Kreis

Ein Kreisel für alle

Vier Jahre später starteten die Drechselfreunde ein weiteres gemeinsames Projekt.

Diesmal sollte es um einen Gegenstand gehen, den wohl jeder aus seiner Kindheit kennt:

den Kreisel.

Die Frage hinter der Aktion war:

Was entsteht, wenn jeder versucht, das gleiche Thema umzusetzen?

Die Idee war, ein möglichst einfaches gemeinsames Projekt zu finden, bei dem sich jeder – unabhängig von seinen Fähigkeiten und Erfahrungen – mit einer eigenen Gestaltung einbringen konnte.

Die Aufgabenstellung wurde deshalb bewusst offen gehalten.

Jeder aktive Drechselfreund sollte einen ganz normalen Kreisel herstellen, der sich mit zwei Fingern anschubsen lässt.

Dabei gab es nur wenige Vorgaben:

  • mindestens 3 cm Durchmesser
  • höchstens 6 cm Durchmesser
  • maximal 10 cm Höhe
  • kein Wendekreisel
  • kein Turmkreisel
  • ansonsten freie Wahl bei Gestaltung, Holzart, Form, Farbe und Oberfläche.

Mehr Freiheit konnte man den Teilnehmern kaum geben.


Aus einer Idee wird eine Sammlung

Das Ergebnis übertraf die Erwartungen.

Alle machten mit – Anfänger und Profis, Jung und Alt.

Und obwohl alle dieselbe Aufgabe bekommen hatten, entstand eine erstaunlich vielfältige Sammlung von Kreiseln.

Schon die verwendeten Hölzer zeigen die Bandbreite:

Veilchenholz, Ahorn, Ebenholz, Grenadill, gestockter Ahorn, Buche, Kirsche, Padouk, geräucherte Eiche, Wengé, Palisander, Eibe, amerikanischer Nussbaum, Robinie, Amaranth, Mooreiche, Riegelahorn, Zwetschge, Ulme und viele weitere Hölzer fanden ihren Weg in die unterschiedlichen Kreisel.

Manche Teilnehmer hielten ihren Kreisel bewusst schlicht.

Andere gingen deutlich weiter.

Es entstanden Kreisel mit mehreren Holzarten, farbigen Einlagen, Metallspitzen, durchbrochenen Konstruktionen, exzentrischen Stielen und ungewöhnlichen Formen.

Ein Teilnehmer entwickelte sogar ein „Kreiseldöschen“, bei dem das Döschen selbst Teil des Kreisels wurde.

Ein anderer fertigte einen dreieckigen Kreisel, dessen Konstruktion zunächst mit dem Zirkel entwickelt und anschließend aus verschiedenen Hölzern zusammengesetzt wurde.

Auch ein Kreisel mit durchbrochenem Schwungkörper war dabei, durch den sich beim Drehen der Untergrund erkennen ließ.


Jeder Kreisel erzählt eine kleine Geschichte

Besonders schön an dieser Aktion waren die persönlichen Kommentare der Teilnehmer.

Manche erklärten ausführlich, warum sie bestimmte Hölzer oder Techniken gewählt hatten.

Andere beschrieben ihren Kreisel ganz einfach.

Und manchmal gehörte auch ein kleines Scheitern zur Geschichte.

So berichtete ein Teilnehmer augenzwinkernd, dass seine ersten beiden Versuche nichts geworden waren und er eben nicht der größte „Feinmotoriker“ sei.

Genau solche kleinen Geschichten machen die Aktion bis heute sympathisch.

Denn es ging nicht darum, den „besten“ Kreisel zu bauen.

Es ging darum, mitzumachen, etwas auszuprobieren und zu sehen, was die anderen daraus machen.


Zwei Projekte – eine Idee

Die Schalenaktion von 2011 und das Kreiselprojekt von 2015 liegen zeitlich vier Jahre auseinander.

Und doch verbindet beide Projekte eine gemeinsame Idee:

Gleiche Aufgabe – individuelle Lösung.

2011 bekam jeder Teilnehmer denselben Kirschbaum-Rohling.

2015 bekamen alle dieselbe Aufgabenstellung: einen Kreisel zu fertigen.

Und beide Male zeigte sich dasselbe faszinierende Ergebnis:

Vielfalt.

Die einen konzentrierten sich auf die Form.

Andere auf die Oberfläche.

Manche auf besondere Techniken.

Andere auf die Schönheit des Holzes.

Einige wollten etwas Funktionales schaffen.

Andere etwas Künstlerisches.

Und manche wollten einfach sehen, ob ihr eigener Einfall überhaupt funktioniert.

Genau darin liegt eine der großen Stärken der Drechselfreunde Franken:

Man muss nicht alles gleich machen.

Man muss auch nicht alles können.

Aber man kann voneinander lernen.

Die gemeinsamen Projekte haben deshalb nicht nur schöne Objekte hervorgebracht.

Sie haben Ideen sichtbar gemacht, Gespräche angeregt und den Erfahrungsaustausch innerhalb der Gruppe gefördert.

Und wenn am Ende aus einem gemeinsamen Rohling oder einer gemeinsamen Aufgabenstellung mehr als zwanzig völlig unterschiedliche Ergebnisse entstehen, dann zeigt das vielleicht am besten, was die Drechselfreunde seit jeher ausmacht:

Die Freude daran, gemeinsam etwas zu machen – und dabei jedem die Freiheit zu lassen, seinen eigenen Weg zu gehen.

2014 – Faszination Drechseln in Weißenburg

Ein wichtiger Schritt in der Geschichte der Drechselfreunde war die erste große, öffentlich dokumentierte Ausstellung in der KunstSchranne Weißenburg.

Vom 29. Juli bis 10. August 2014 präsentierten die Drechselfreunde unter dem Titel „Faszination Drechseln“ ihre Arbeiten.

Die Ausstellung zeigte eindrucksvoll, wie unterschiedlich die Mitglieder mit dem Werkstoff Holz umgehen.

Zu den damaligen Ausstellern gehörten unter anderem Thomas Häckel, Michael Zwingmann, Roland Zierk, Gerhard Staudacher, Niklas Dettke, Gerhard Winter, Johannes Stark, Matthias Daigl, Helmut Geupel, Wolfgang Eisenmann, Reinhard Netter, Helmut Bokämper und Ernst Kunzmann.

Damit wurde die Gemeinschaft erstmals in dieser Form einer größeren Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Ausstellung machte deutlich:

Drechseln ist nicht nur die Herstellung von Gebrauchsgegenständen.

Aus Holz können Kunstwerke, Unikate und außergewöhnliche Gestaltung entstehen.


2015 – Technik trifft Gestaltung

In dieser Zeit entwickelte sich der Erfahrungsaustausch weiter.

Die Themen der Vorführungen wurden zunehmend vielfältiger.

Gerhard Staudacher zeigte beispielsweise, wie Oberflächen strukturiert werden können und beschäftigte sich mit dem Thema Kreativität.

Damit wurde gezeigt:

Die Drechselbank ist nicht nur ein Werkzeug zur Formgebung.

Sie kann Ausgangspunkt für ganz unterschiedliche gestalterische Wege sein.

Viele Mitglieder entwickelten ihre eigenen Techniken und Stile.

Und die Treffen der Drechselfreunde wurden zu einem Ort, an dem solche Ideen vorgestellt und diskutiert werden konnten.


2017 – Rund 50 Aktive

Ein weiterer Meilenstein war die zweite große Ausstellung „Faszination Drechseln“ in Weißenburg.

Sie fand vom 26. Juli bis 6. August 2017 statt.

Inzwischen zählten die Drechselfreunde rund 50 Aktive.

Das Einzugsgebiet war groß:

Von Rehau in Oberfranken bis Weißenburg und von Sommerhausen am Untermain bis in die nördliche Oberpfalz.

Die Gemeinschaft war damit längst nicht mehr nur ein kleiner lokaler Stammtisch.

Auch die Vielfalt der Mitglieder wurde ausdrücklich hervorgehoben.

Vom Gelegenheitsdrechsler bis zum Semiprofi, vom Anfänger bis zum erfahrenen Drechsler und vom Gebrauchsstück bis zur künstlerischen Arbeit war alles vertreten.

Während der Ausstellung wurden außerdem täglich Drechselvorführungen angeboten.

Das Publikum konnte also nicht nur fertige Arbeiten betrachten, sondern unmittelbar erleben, wie sie entstehen.


2017 – Die Drechselfreunde werden überregional wahrgenommen

Im selben Jahr wurden die Drechselfreunde nach 2009 zum zweitem mal in einem Beitrag des Bayerischen Rundfunks vorgestellt, was sich im März 2025 noch einemal wiederholen sollte.

Die Sendung „Bayern genießen“ berichtete über die Drechselfreunde Franken und besuchte die Hobbyhandwerker.

Damit wurde das Hobby, das ursprünglich in einer kleinen Runde begonnen hatte, auch medial sichtbar.

Die Drechselfreunde standen inzwischen für eine besondere Verbindung:

traditionelles Handwerk, moderne Gestaltung und Gemeinschaft.


2017 – Teil der großen Drechslergemeinschaft

Ebenfalls 2017 tauchen die Drechselfreunde Franken beim Drechslerforum-Treffen auf der „Straße der Stammtische“ auf.

Dort wurden sie als Stammtisch aus Nürnberg und Umgebung aufgeführt.

Damit wird eine weitere Seite der Geschichte sichtbar:

Die Drechselfreunde waren Teil einer größeren deutschen und internationalen Drechslergemeinschaft.

Der Austausch ging also längst über Franken hinaus.


Gerhard Staudacher – ein prägender Mensch

Eine Geschichte über zwanzig Jahre Drechselfreunde Franken wäre ohne Gerhard Staudacher unvollständig.

Die Jubiläumsreihe bezeichnet ihn als „Urgestein mit Perfektionismus und Herz“.

Gerhard war über viele Jahre ein aktiver Teil der Gemeinschaft und hat mit zahlreichen Vorführungen sein Wissen weitergegeben.

Dabei ging es nicht nur um die reine Technik.

Gerhard vermittelte Wissen über Werkzeuge, Holzarten, Holztrocknung, Werkzeugführung, Oberflächen und Gestaltung.

Ein späterer persönlicher Rückblick von Andreas Schnurrer beschreibt sehr eindrucksvoll, welche Bedeutung Gerhard als Mentor hatte. Andreas berichtet, dass er durch Gerhards Tipps und Erfahrung sein Drechsel-Grundwissen und seine Werkzeugführung aufbauen konnte.

Solche Beziehungen sind vielleicht eines der wertvollsten Ergebnisse einer Gemeinschaft wie der Drechselfreunde.

Denn Wissen kann man weitergeben.

Freundschaft muss wachsen.

Und manchmal entsteht aus beidem eine Verbindung, die viele Jahre hält.


Neusles – das Herz der Drechselfreunde

Wenn es einen Ort gibt, der untrennbar mit der Geschichte der Drechselfreunde verbunden ist, dann ist es Neusles.

Die Jubiläumsreihe nennt Neusles ausdrücklich:

„Das Herz der Drechselfreunde Franken“

Und dieser Titel kommt nicht von ungefähr.

Von Anfang an war die Scheune ein besonderer Treffpunkt.

Später wurde die Werkstatt von Ernst Kunzmann zum Mittelpunkt vieler Treffen.

Zeitweise fanden dort bis zu 60 Drechselfreunde Platz.

Das ist für einen privaten Treffpunkt eine beeindruckende Zahl.

Doch Neusles war nicht einfach ein großer Raum.

Es war ein Ort der Gastfreundschaft.

Es gab monatliche Treffen.

Es gab Grillnachmittage.

Es gab Ausstellungen in der Scheune.

Und es gab die berühmte „Gute Stube“ des Töpfereicafés.

Nach den Vorführungen wurde dort weitergeredet – oft bis tief in die Nacht.

Es wurden Geschichten erzählt, Erfahrungen ausgetauscht und Freundschaften gepflegt.

Und natürlich gehörten Brotzeiten und Ullis legendäre Kuchen ebenfalls dazu.

In einem Kommentar zum Jubiläumsbeitrag schreibt Helmut, dass er seit inzwischen 19 Jahren an diesen Treffen teilnimmt und sich sowohl an der Zeit in der Werkstatt als auch an den vielen Stunden in der „Guten Stube“ erfreut hat.

Vielleicht lässt sich die Bedeutung von Neusles deshalb am besten so beschreiben:

Man kam zum Drechseln – und blieb wegen der Menschen.


2020 – Eine Welt verändert sich

Werkzeug und Holz waren damals nicht mehr unbedingt das wichtigste Thema.

Es kam Corona.

Für eine Gemeinschaft, deren Stärke im persönlichen Treffen liegt, war das eine besondere Herausforderung.

Werkstätten konnten nicht wie gewohnt besucht werden.

Stammtische waren nicht selbstverständlich.

Gemeinsames Essen und Trinken war plötzlich nicht mehr möglich.

Doch die Drechselfreunde fanden eine Lösung.


2020/2021 – Der Stammtisch wird digital

Die Gemeinschaft verlagerte einen Teil ihrer Aktivitäten ins Internet.

Online-Treffen und digitale Vorführungen wurden zu einem neuen Bestandteil des Austauschs.

Dabei zeigte sich etwas, das die Drechselfreunde schon seit den Anfangsjahren ausgezeichnet hatte:

Die Bereitschaft, Wissen miteinander zu teilen.

Auch während der Pandemie wurden regelmäßige Treffen mit Vorführungen durchgeführt. Im Januar 2022 wurde im deutschen Drechslerforum ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Drechselfreunde Franken während der Pandemie zu den wenigen Gruppen gehörten, die jede Woche ein Treffen mit Vorführungen durchführten.

Das war mehr als eine technische Notlösung.

Die Online-Treffen hielten die Gemeinschaft zusammen.

Und sie brachten Menschen zusammen, die sich unter normalen Umständen vielleicht gar nicht regelmäßig getroffen hätten.


2021 – Zurück in die Öffentlichkeit

Vom 5. bis 15. August 2021 fand in Weißenburg die bereits dritte Ausstellung „Faszination Drechseln“ statt.

Und die Entwicklung war beeindruckend.

Aus den rund 50 Aktiven von 2017 waren inzwischen mehr als 100 Aktive geworden.

Zwölf Künstler präsentierten ihre Arbeiten in der Ausstellung.

Unter ihnen:

  • Gerhard Winter
  • Niklas Dettke
  • Helmut Geupel
  • Manfred Schwalbe
  • Michael Zwingmann
  • Reinhard Netter
  • Michael Walther
  • Wolfgang Ehlert
  • Thomas Häckel
  • Ralf Kosmann
  • Ernst Kunzmann
  • Helmut Bokämper

Damit war eine Entwicklung sichtbar geworden, die sich über Jahre aufgebaut hatte:

2006: erstes Treffen

2014: große Ausstellung in Weißenburg

2017: rund 50 Aktive

2021: mehr als 100 Aktive

Aus einer kleinen Runde war eine große Gemeinschaft geworden.


Nach der Pandemie – zurück zum persönlichen Treffen

Mit dem Ende der Pandemie gewannen die persönlichen Treffen wieder an Bedeutung.

Gleichzeitig blieb das Online-Format bestehen.

Und genau daraus entstand etwas Neues:

Die Drechselfreunde mussten sich nicht mehr zwischen persönlichem Stammtisch und digitalem Treffen entscheiden.

Beides konnte nebeneinander existieren.

So konnten auch weiter entfernt wohnende Mitglieder teilnehmen.


2026 – 20 Jahre Drechselfreunde Franken

Und dann ist es plötzlich soweit:

Zwanzig Jahre.

Im Jubiläumsjahr 2026 blickt die Gemeinschaft auf ihre Geschichte zurück.

Nicht nur mit Zahlen und Daten, sondern vor allem mit Geschichten über Menschen und Orte.

Die Jubiläumsserie erinnert an die Anfänge, an prägende Persönlichkeiten und an Orte wie Neusles.

Und sie zeigt, dass die Geschichte der Drechselfreunde vor allem eine Geschichte gemeinsamer Erlebnisse ist.


Juni 2026 – Neusles lebt weiter

Auch im Jubiläumsjahr findet in Neusles ein praktischer Workshop statt.

Im Juni stand erneut das Thema „Die verschiedenen Ausdrehwerkzeuge“ auf dem Programm.

Viele Teilnehmer brachten ihre eigenen Drechseleisen und Ausdrehwerkzeuge mit.

So wurde aus einer Vorführung wieder das, was die Drechselfreunde seit ihren ersten Jahren auszeichnet:

Erfahrungsaustausch aus der Praxis.


2026 – Drechseln ist nur das Verbindende

Ein Satz aus dem Jubiläumsjahr beschreibt die Gemeinschaft besonders treffend:

Drechseln ist nur das Verbindende – Interessen und Fähigkeiten gehen viel weiter.

Das ist vielleicht die wichtigste Erkenntnis aus zwanzig Jahren.

Denn längst geht es nicht mehr nur um klassische Drechselarbeiten.

Die Mitglieder beschäftigen sich mit Segmentarbeiten, Oberflächen, Aushöhltechniken, Werkzeugbau, Naturmaterialien, Gestaltung und vielen anderen Themen.

Manche bauen Instrumente.

Andere gestalten Kunstobjekte.

Wieder andere beschäftigen sich mit praktischen Gebrauchsgegenständen.

Und wieder andere sind gerade erst dabei, die ersten Erfahrungen an der Drechselbank zu sammeln.

Alles hat seinen Platz.


August 2026 – 20 Jahre werden gefeiert

Am 15. August 2026 konnte schließlich das 20-jährige Bestehen gemeinsam gefeiert werden.

Das Jubiläums-Sommerfest musste zunächst einige wetterbedingte Verzögerungen verkraften, konnte dann aber stattfinden.

Damit bekam das Jubiläumsjahr seinen passenden Höhepunkt.

Denn ein Jubiläum der Drechselfreunde kann eigentlich nur so gefeiert werden, wie die Gemeinschaft selbst entstanden ist:

gemeinsam.

Mit Menschen.

Mit Gesprächen.

Mit Erinnerungen.

Und natürlich mit dem Thema, das uns seit 2006 verbindet:

Holz.


Was 20 Jahre Drechselfreunde Franken erzählen

Wenn man die zwanzig Jahre betrachtet, lassen sich einige Entwicklungen besonders deutlich erkennen.

1. Aus einem Treffen wurde eine Gemeinschaft

2006 begann alles mit einer kleinen Runde.

Schon wenige Jahre später gab es regelmäßige Treffen mit zahlreichen Teilnehmern.

2008 waren bei einzelnen Treffen bereits 17 Teilnehmer dabei.

Später wuchs die Gemeinschaft auf rund 50 Aktive und schließlich auf mehr als 100 Aktive.


2. Wissen wurde zum wichtigsten Geschenk

Von Anfang an wurden Werkzeuge und Techniken gezeigt.

Schalenstecher, Pfeifen, Eier, Vakuumspanntechnik, Aushöhlwerkzeuge, Oberflächen, Schärfen, Kreativität.

Und vieles mehr.

Dabei wurde nie nur das fertige Ergebnis gezeigt.

Der Weg dorthin war genauso wichtig.


3. Aus Fremden wurden Freunde

Wer die alten Beiträge liest, findet immer wieder dieselben Elemente:

Werkstatt.

Vorführung.

Brotzeit.

Gespräch.

Lachen.

Das Drechseln war der Anlass.

Die Freundschaft wurde zum Ergebnis.


4. Neusles wurde Heimat

Die Scheune.

Die Werkstatt.

Die „Gute Stube“.

Ulli und Ernst.

Sabine.

Die Grillnachmittage.

Die Kuchen.

Die Gespräche bis tief in die Nacht.

Neusles ist deshalb nicht einfach ein Treffpunkt.

Es ist ein Stück Geschichte der Drechselfreunde.


5. Die Gemeinschaft konnte sich verändern

Corona hat gezeigt, dass eine Gemeinschaft nicht zwingend an einen Ort gebunden sein muss.

Aus den persönlichen Treffen wurden Online-Treffen.

Aus einem lokalen Stammtisch entstand ein Netzwerk.

Die Technik hat sich verändert.

Die Gemeinschaft ist geblieben.


Menschen machen Geschichte

Eine Chronik kann Namen und Jahreszahlen sammeln.

Aber sie kann niemals alle Menschen nennen, die diese zwanzig Jahre ausgemacht haben.

Da sind die Gründer und die ersten Teilnehmer.

Diejenigen, die regelmäßig Vorführungen vorbereitet haben.

Diejenigen, die ihre Werkstätten geöffnet haben.

Diejenigen, die immer wieder Bilder und Berichte für die Webseite geschrieben haben.

Diejenigen, die Werkzeuge gebaut haben.

Diejenigen, die anderen gezeigt haben, wie es geht.

Und diejenigen, die einfach immer wieder gekommen sind.

Jeder von ihnen hat ein Stück zu dieser Geschichte beigetragen.


Unsere Webseite – das digitale Gedächtnis der Drechselfreunde

Wenn man auf die vergangenen 20 Jahre Drechselfreunde-Franken zurückblickt, darf ein wichtiger Bestandteil unserer Geschichte nicht fehlen: unsere Webseite.

Sie ist weit mehr als eine digitale Visitenkarte. Über viele Jahre wurden hier Treffen, Workshops, Vorführungen, Projekte, Ausstellungen und besondere Ereignisse dokumentiert. Dazu kommen zahlreiche persönliche Berichte, Erfahrungen und Geschichten aus dem Vereinsleben.

Inzwischen umfasst die Webseite mehr als 1.000 Beiträge und über 20.000 Bilder. Die Beiträge sind thematisch geordnet und dadurch auch nach vielen Jahren noch gezielt auffindbar. So lässt sich beispielsweise nach bestimmten Techniken, Projekten, Veranstaltungen oder Personen suchen und ein Stück Drechselfreunde-Geschichte wiederentdecken.

Besonders macht die Webseite aber nicht nur ihr Umfang, sondern vor allem ihre Entstehung. Sie ist ein echtes Gemeinschaftswerk. Die Beiträge wurden über die Jahre von vielen verschiedenen Mitgliedern geschrieben. Andere haben fotografiert, Bilder ausgewählt und mit ihren eigenen Beschreibungen und Kommentaren versehen. Viele haben ihre Erfahrungen, ihr Wissen und ihre Erinnerungen beigesteuert.

Dadurch ist etwas entstanden, das weit über eine gewöhnliche Vereinswebseite hinausgeht: ein außergewöhnlich umfangreiches digitales Archiv, das die Entwicklung der Drechselfreunde-Franken über nahezu zwei Jahrzehnte dokumentiert.

Wer heute in den älteren Beiträgen stöbert, kann nachvollziehen, wie sich die Gemeinschaft entwickelt hat – von den ersten Stammtischen über gemeinsame Aktionen und die großen Ausstellungen bis hin zu den Online-Treffen während der Corona-Zeit.

Viele dieser Erinnerungen wären ohne die Webseite vermutlich längst verloren.

Auch für die Erstellung dieser Chronik war sie deshalb eine unschätzbare Quelle. Die über Jahre gesammelten Berichte, Bilder und Erinnerungen haben es ermöglicht, unsere Geschichte von 2006 bis heute zusammenzutragen.

Unsere Webseite bewahrt damit nicht nur unsere Vergangenheit – sie ist selbst ein Stück Geschichte der Drechselfreunde Franken und schreibt diese Geschichte bis heute weiter.

Menschen, die ein Teil unserer Geschichte sind

Zwanzig Jahre Drechselfreunde Franken – das sind nicht nur Termine, Projekte und Veranstaltungen. Es sind vor allem Menschen, die diese Gemeinschaft geprägt haben.

Auf unserem gemeinsamen Weg haben uns auch Drechselfreunde begleitet, die heute leider nicht mehr unter uns sind. Jeder von ihnen war auf seine ganz eigene Art Teil unserer Gemeinschaft. Manche waren besonders aktiv, andere eher stille und interessierte Begleiter. Manche haben ihr Wissen weitergegeben, andere vor allem durch ihre Persönlichkeit und ihre Verbundenheit zur Gruppe Spuren hinterlassen.

Wir möchten sie in unserer Jubiläumschronik nicht vergessen.


Herbert Seibert · Günther Gabriel · Ulrich Lanz · Helmut Unhold · Franz-Josef Löhr


Herbert Seibert

Neugier, Präzision und technische Leidenschaft

Herbert Seibert stand für Neugier, Präzision und den Mut, über die klassischen Grenzen des Drechselns hinauszudenken.

Von 2009 bis 2016 war er ein fester Bestandteil unserer Treffen. Besonders eindrucksvoll ist uns sein Treffen am 8. Oktober 2016 in Zeil am Main in Erinnerung geblieben, bei dem er sieben Drechselfreunde in seine Werkstatt einlud.

Im Mittelpunkt stand seine selbst entwickelte CNC-Fräsmaschine – augenzwinkernd als „Wackelmaschine“ bezeichnet. Dahinter verbarg sich allerdings eine beeindruckende Verbindung aus Mechanik, Steuerungstechnik, Software, Mathematik und Gestaltung.

Herbert zeigte nicht einfach eine fertige Maschine. Er erklärte, wie sie funktionierte, ließ die Teilnehmer eigene Ideen ausprobieren und zeigte, welche Möglichkeiten sich daraus für die Gestaltung von Holzarbeiten ergaben.

Besonders beeindruckend waren die vielfältigen Rosettenformen und Muster, die mit der Maschine erzeugt werden konnten.

Was diesen Nachmittag aber ebenso besonders machte, war Herberts Art, sein Wissen weiterzugeben. Auch diejenigen, die mit CNC-Technik wenig anfangen konnten, wurden geduldig mitgenommen.

Herbert verkörperte damit vieles, was die Drechselfreunde ausmacht: technische Neugier, Freude am Tüfteln, Offenheit und die Bereitschaft, Wissen miteinander zu teilen.

Wir erinnern uns gerne an diesen besonderen Nachmittag in Zeil am Main und an die vielen Gespräche und Begegnungen mit Herbert.


Günther Gabriel

Ein wichtiger Teil unserer Online-Gemeinschaft

Günther Gabriel hat die Drechselfreunde besonders in einer Zeit geprägt, in der unsere Treffen plötzlich ganz anders stattfinden mussten.

Während der Corona-Zeit wurden die Online-Treffen zu einem wichtigen Bestandteil unserer Gemeinschaft. Günther war dabei sehr aktiv und brachte sich mit eigenen Beiträgen, Ideen und Erfahrungen ein.

Auch auf unserer Webseite finden sich zahlreiche Beiträge von und über ihn. Einer davon zeigt beispielsweise, wie er sich mit der Herstellung eines Zwanzigsterns beschäftigte – ganz typisch für seine Art, sich mit einer Aufgabe auseinanderzusetzen und sein Wissen anschließend mit anderen zu teilen.

Damit steht Günther auch für eine wichtige Phase in der Geschichte der Drechselfreunde:

Die Gemeinschaft blieb zusammen, auch als persönliche Treffen nicht möglich waren.

Günther war ein aktiver Teil dieser digitalen Gemeinschaft und hat damit dazu beigetragen, dass der Austausch weiterging.

Seine Beiträge und die Erinnerungen an die gemeinsamen Online-Abende bleiben Teil unserer Geschichte.


Ulrich Lanz

Einer der Drechselfreunde der ersten Stunde

Ulrich Lanz gehört zu den Menschen, die bereits in den Anfangsjahren der Drechselfreunde dabei waren.

Schon in den Berichten von 2008 taucht sein Name immer wieder auf. Ein besonders schönes Beispiel ist das Treffen im Januar 2008, zu dem Ulrich die Drechselfreunde in seine Werkstatt nach Hilpoltstein einlud.

Dort ging es um verschiedene Schalenstecher und Ausdrehwerkzeuge. Unterschiedliche Systeme wurden vorgestellt und ausprobiert – genau die Art von technischem Erfahrungsaustausch, die unsere Treffen schon damals auszeichnete.

Solche Werkstattbesuche waren in den Anfangsjahren besonders wertvoll. Man bekam Einblicke in die Arbeitsweise anderer Drechsler, konnte Werkzeuge ausprobieren und vor allem miteinander ins Gespräch kommen.

Ulrich war damit ein Teil jener ersten Generation von Drechselfreunden, aus deren Treffen sich unsere Gemeinschaft entwickelt hat.

Seine Geschichte verbindet uns unmittelbar mit den Anfängen im Jahr 2006 und den ersten gemeinsamen Jahren.

Wenn wir heute auf 20 Jahre Drechselfreunde Franken zurückblicken, gehört Ulrich deshalb ganz selbstverständlich zu unserer Geschichte.


Helmut Unhold

Ruhig, aufmerksam und interessiert

Er musste nicht immer im Mittelpunkt stehen und nicht jede Diskussion mitbestimmen. Vielmehr war er ein interessierter Zuhörer, der aufmerksam verfolgte, was bei unseren Treffen gezeigt und besprochen wurde.

Und auch das gehört zu einer Gemeinschaft.

Nicht jeder muss eine Vorführung halten, ein Projekt organisieren oder mit technischen Ideen aufwarten. Manchmal besteht die Verbundenheit gerade darin, dabei zu sein, zuzuhören, sich zu interessieren und die gemeinsame Zeit zu genießen.

Helmut war auf diese stille Art Teil der Drechselfreunde.

Seine ruhige und angenehme Art gehört zu den Erinnerungen, die wir mit ihm verbinden.


Franz-Josef Löhr

Einer, der einfach dazugehört hat

Auch Franz-Josef Löhr gehörte zu den eher ruhigen und interessierten Mitgliedern unserer Gemeinschaft.

Er drängte sich nicht in den Vordergrund, war aber bei unseren Treffen dabei und gehörte damit zu den Menschen, die das Miteinander der Drechselfreunde mitgetragen haben.

Gerade solche Mitglieder machen eine Gemeinschaft aus.

Es sind nicht immer die spektakulären Vorführungen oder großen Projekte, die in Erinnerung bleiben. Es sind auch die Menschen, die regelmäßig dabei sind, zuhören, sich austauschen und die Gemeinschaft durch ihre Anwesenheit bereichern.

Franz-Josef Löhr war ein Teil dieser Gemeinschaft – und damit ein Teil unserer Geschichte.

Wir erinnern uns gerne an die gemeinsame Zeit.


Was bleibt

Fünf Menschen, fünf unterschiedliche Persönlichkeiten und fünf ganz eigene Geschichten.

Herbert Seibert steht für technischen Ideenreichtum und den Mut, neue Wege zu gehen.

Günther Gabriel steht für Engagement und den Zusammenhalt unserer Gemeinschaft – auch in schwierigen Zeiten.

Ulrich Lanz verbindet uns mit den Anfangsjahren der Drechselfreunde.

Helmut Unhold und Franz-Josef Löhr erinnern uns daran, dass eine Gemeinschaft nicht nur von den Lauten und Aktiven lebt, sondern ebenso von den stillen und interessierten Teilnehmern.

Sie alle haben auf ihre Weise einen Teil unserer Geschichte mitgeschrieben.

Wir werden sie nicht vergessen.


Zum Schluss

Diese Chronik kann niemals vollständig sein.

Dafür sind zwanzig Jahre zu lang und die Geschichten zu zahlreich.

Sie soll deshalb vor allem eines sein:

Eine Einladung zum Erinnern.

Vielleicht erkennt jemand beim Lesen einen Namen.

Vielleicht erinnert sich jemand an einen Abend in Neusles.

Vielleicht steht irgendwo noch ein altes Foto, das bisher niemand gesehen hat.

Vielleicht gibt es einen Stammtischbericht, der noch in einer Schublade liegt.

Vielleicht weiß jemand noch, wann ein bestimmtes Werkzeug zum ersten Mal gezeigt wurde.

Dann sollte diese Geschichte weitergeschrieben werden.

Denn die Drechselfreunde Franken sind nicht nur das, was seit 2006 passiert ist.

Sie sind auch das, was morgen noch daraus entsteht.


Und die Geschichte geht weiter …

20 Jahre Drechselfreunde Franken liegen hinter uns – mit unzähligen Treffen, Projekten, Werkstücken, Gesprächen und Begegnungen.

Viele Menschen haben diese Geschichte geprägt. Einige sind heute nicht mehr unter uns, andere sind seit vielen Jahren dabei, und immer wieder kommen neue Gesichter hinzu.

Was 2006 mit einer kleinen Gruppe von Drechselbegeisterten begann, ist zu einer Gemeinschaft geworden, die weit über das gemeinsame Arbeiten an der Drechselbank hinausgeht.

Die Geschichte der Drechselfreunde Franken ist deshalb mit dieser Chronik nicht zu Ende erzählt.

Neue Ideen werden entstehen, neue Werkstücke werden gedrechselt, neue Freundschaften werden wachsen – und irgendwann wird jemand auf die Jahre 2026 bis 2046 zurückblicken.

Auf die nächsten 20 Jahre!

Drechselfreunde Franken – gemeinsam drechseln, voneinander lernen und miteinander Freude haben.



3 Antworten zu 20 Jahre Drechselfreunde Franken

  1. Werner Ohla sagt:

    Liest sich gut. Respekt. Gute Arbeit.

    Gruß
    Werner

  2. Walter Richter sagt:

    Für mich, der erst 2017/18 dazugestoßen ist, waren die Bilder mit den Geschichten und Werkberichten der Anfangszeit von großen Interesse. Die Drechselfreunde, die ich nicht mehr kennenlernen durfte, sind so gut beschrieben, dass es gelingt sie sich lebensnah, so wie sie diese Gemeinschaft bereicherten, vorzustellen. Danke Thomas für diese Idee und vor allem für diese, hervorragend gelungene Umsetzung, wobei ich als Hobbyhandwerker anerkenne, dass die heutigen Internetwerkzeuge doch sehr brauchbar sind.

  3. Helmut sagt:

    Hallo zusammen
    Eine Chronik die schon ihres gleichen sucht.
    Ein echtes Meisterwerk von Thomas.
    Was da an Arbeit drin steckt läßt sich nur grob erahnen.
    Die Auswahl der Themen und Bilder ist hervorragend gelungen.
    Nach 19 Jahren meiner Zeit bei den Drechselfreunden kommen da so manche Erinnerungen wieder hoch die schon fast vergessen waren.
    Ganz großes Kino !!
    Gruß Helmut

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