DFF – Treffen Oktober 2016

Oktobertreffen der Drechselfreunde Franken mit dem Thema:
Wie trenne ich einen Holzstamm fachgerecht auf.


Dieses mal kamen wir zusammen um nicht zu drechseln – ja ihr lest richtig „NICHT“ steht da. Denn wie hinlänglich bekannt geht nichts ohne den geeigneten Werkstoff. Und der wächst bekanntlich beim Holz in Form eines mehr oder weniger runden Stammes.


Aber wenden wir uns als erstes wieder den Werken zu die von den Teilnehmern mitgebracht wurden.


Von B bis B (Besteck bis Bilderrahmen mit Innenleben) über Kugeln, Ringe und Reifen gab es einiges zu sehen.


Gerhard eröffnete den Abend mit einer kurzen Theorieviertelstunde


Länger konnte er sich nicht Zeit nehmen da die Tage im Oktober bekanntlich kürzer werden und die Motorsäge ihre Arbeit doch besser im Freien verrichtete.


Knapp 50 „Fans“ der freien ungebundenen Fränkischen Drechslerszene waren gekommen um ihr Wissen zu erweitern


Wolfgang Ehlert hatte sich bereit erklärt fundiertes Wissen weiterzugeben.

Diesem Meterstammteil Kirsche sollte unsere Aufmerksamkeit gehören. Aber Moment mal dem Ernst fiel sofort auf da passt was nicht. Nachmessen mit immer griffbereiten „Meter“ bestätigte ihm auch sein Augenmaß. 13,5 Zentimeter zu lang. Meine Herren so geht das natürlich nicht.

Also gleich mal die erste Lektion Stamm kürzen. Hier aber aufgemercht das Erdreich und damit das Killerkriterium schlechthin einer scharfen Kette beginnt dort wo das Holz endet.

Wolfgang in Aktion und das mit allen persönlichen Schutz der geboten ist. Absolut Vorbildlich – solche Bilder kann man mit richtig guten Gewissen verbreiten. Der Mensch ist nun mal ein Wesen das das gesehene gerne nachmacht. Und das was hier gezeigt wurde kann so auch nachgemacht werden. Was dann jemand im stillen Kämmerlein daraus macht ist seine eigene Verantwortung.

So und jetzt einige deutliche Sätze für all diejenigen die Glauben die PSA (Persönliche Schutzausrüstung) ist nur was für den Profiwaldarbeiter – Die Motorsäge macht keinen Unterschied ob am Gashebel ein Profi oder eine Hobbysäger steht, dessen beliebtester Satz  „Ich brauch das nicht ich pass schon auf“ schon so manch schlimmen Unfall nach sich gezogen hat.  Vom Helm mit Ohrenschützern über die Schnittschutzhose bis hinunter zu den Schnittschutzschuhen gehört diese Ausrüstung an den Körper und nicht an den Kleiderhaken wenn sich die Sägekette den Weg durch das Holz bahnt.

Die Bilder von „Helden“ in Sandalen und kurzer Hose die leider leider immer wieder in anderen großen Drechselforen verbreitet werden sind eher Zensurwürdig als Lobenswert. Wie sagte ein Kollege neben mir während der Vorführung doch so passent: Seid es in jedem Baumarkt für wenig Geld Motorsägen für jeden gibt ist so mancher Wochenenddienst in der Notaufnahme im Krankenhaus mit Sägeverletzungen sehr gut ausgelastet.


Den Vorteil des stehenden Stammes beim Längstrennen eines kurzen Stammstückes sieht man schon an der aufrechten Körperhaltung. Alles was den Rücken entlastet werden die Banscheiben einen eines Tages danken. Hier ein Schnitt mit der „normalen“ Kette. Wolfgang wechselte dann noch die Kette und das Schwert auf eine Längsschnittkette. Beides machbar Herr Nachbar. Und wenn man den ersten Schnitt nicht ganz durchsägt steht der Stamm für weitere Schnitte genauso stabil und aufrecht wie vor dem ersten Schnitt.


Den Keil den Wolfgang hier noch in der Hand hat hat ihm übrigens sehr gute Dienste geleistet beim Durchsägen der restlichen kurzen Schnitte die er vor dem Boden übrig gelassen hatte.


Und weils so schön wurden die Bohlen gleich noch in kürzere Abschnitte aufgeteilt und unter den Interessierten verteilt.


Wieder in der warmen Werkstatt (draußen glaube ich war doch schon Herbst) noch einiges an praktischer Theorie von Wolfgang.

Werkzeug die einen das Leben erleichtern (Sappie, Fällheber mit Wendehaken) wurden dabei von ihm anhand prakischer Umgangsbeispiele genauso erläutert wie die Frage nach den aktuell „modernsten“ Fällschnitttechniken (das ist die Frage die klären soll wie schaffe ich es das der Stamm dorthin fällt wo ich es mir gewünscht hatte und nicht wieder in eine ganz andere Richtung). Sicherheitsabstände von weiteren Anwesenden und viele weitere Dinge die man sich zuvor mal kurz durch den Kopf gehen lassen sollte damit am Ende des Tages auch alles gut gegangen ist. Es ist aber auch klar das nicht alles umfassend an einen Abend erklärt, gezeigt und ausdiskutiert werden kann. Der Besuch eines einschlägigen Kurses kann jedem nur wärmstens ans Herz gelegt werden.

Ein wirklich kurzweiliger und ausgesprochen informativer Abend den Wolfgang hier präsentierte. So machen unsere Treffen Spass und nützen der Wissenserweiterung aller. Danke Wolfgang dafür und Danke an Gerhard der seine Theorieausarbeitungen hier noch als PDF-Datei zur Verfügung stellen wird um in Ruhe sich nochmal unter anderem das Trocknungsverhalten etc. durchzulesen.

Gruß
Helmut

 

Tagged . Bookmark the permalink.

2 Responses to DFF – Treffen Oktober 2016

  1. gerhard says:

    Alles wieder bestens dokumentiert. Vielen Dank

    Mein Vortrag wird noch etwas erweitert und wird baldmöglichst erscheinen.

  2. Danke Helmut für den schönen Bericht! Mir hat es auch wieder Spaß gemacht. Ich hoffe, dass jeder davon profitieren konnte und jedem die Arbeit ein wenig erleichtert wird, bzw Unfälle verhütet werden können! Die Broschüren waren schnell vergriffen! Hier der Link, wo man kostenlos welche bestellen kann: http://www.bestellen.bayern.de/application/stmug_app000018?SID=908804600&ARTSUCHExMATCHCODE=Holzeinschlag&ARTSUCHExMATCHCODE=&ACTIONxSETVAL%28suchergebnisse.htm%2CUSERxTITLE%3ASuchergebnisse%29=x&x=24&y=6