DFF – Treffen Mai_2012 Besuch von Mike Tingey und H. Mühlhäuser

Die Südbayern standen vor den Toren und wir wollten dann auch nicht so sein und haben sie hereingebeten.
Mike

An diesem Abend wollte uns Mike zur Herstellung von 2 Pfeffermühlen noch einige Tipps und Kniffe verraten wie man das „gscheit“ macht damit sie nicht nur funktionieren sondern auch rund laufen.


Nun ja die die immer draußen stehen standen auch dieses mal draußen.
Immerhin hatte es Petrus mit ihnen gut gemeint und die Sonne lachte vom Fränkischen Himmel.


Die die schon an den strengen Türkontrollen vorbei waren übten schon mal das Sitzenbleiben.


Irgenwie hatte Manfred dann doch noch erkannt das er heute nicht vorführt und so vedrückte er sich wieder.


Noch ein kritischer Blick von Thomas und letzte Schärfeeinstellungen an der Kamera durch Wolfgang.


Schaut hin Gerhard und Rudi da vorne spielt dann die Musik.


Selbst die „Sperrsitze“ auf Ernst seiner besten Hobelbank waren heiß begehrt – ja wer
den Überblick behalten will der muss sehen wie er was sieht.


Dann ging es aber pünklich um 18 Uhr los. H. Mühlhäuser von der Fa. Killinger (ganz links im Bild der nette Herr
im karierten Hemd) begrüßte uns zu diesem Abend.


Eine kleine Auswahl aus dem Shop hatte er für interessierte dabei und einige Angebote, die noch einige
Wochen gelten, für alles was das Drechlerherz zwar nicht immer unbedingt braucht, aber trotzdem gerne
sein Eigen nennt


Der bis dato fast nur „Inseidern“ bekannte Drechsler aus der großen fernen Stadt, [u]unterhalb Frankens[/u], wurde uns schmackhaft gemacht, um das allgemeine Interesse für die nun beginnente Vorstellung zu wecken.


Erstmal ein kleiner Tipp zur richtigen und rechtzeitigen Auswahl des Spannfutters.


Rundmachen war, wie so häufig beim Drechslen, auch in diesem Fall das Gebot der ersten Stunde (Minute).
Auf dem Durchmesser bleiben noch einige Millimeter drauf – Mike spannt noch einige mal um – und passen
muss es erst in der letzten Aufspannung.


Zapfen für das Futter mit dem Abstechstahl gefertigt – Oberfläche etc. sind unwichtig – der Rest wird hinterher
nur noch in einer kalten Winternacht der Thermischen Verwertung zugeführt (eingschürt wird´s halt).


Als Bleistift zum Markieren hatte Mike eine edle sechseckige Stiftkreation dabei, die wir hier zwischen den
Werkzeugen silbrig hervorspitzen sehen. Dummerweise war das Gehäuse aus Metall – aber wir werden
sicher an einem weiteren Abend die drechslerische Umsetzung kennenlernen.


Nachdem dann der letzte Teilnehmer des Treffens gekommen war –


kam noch der allerletzte und so bevölkerten am Ende 39 — in Worten Neununddreisig — „Krönungen der Schöpfung“
( Damen waren bedauerlicherweise mal keine Anwesend ) den Saal.


Also zurück zum Kern der Pfeffermühle – Loch bohren zauberte dem Vorführer ein lächeln auf die Lippen.


Die Stirnseiten werden mit dem Meisel für eine gute und gerade Fläche bearbeitet.


Nach dem Abstechen des unteren Teiles wird aus dem verbleibenten Rest der Drehknopf gefertigt.


Kleiner Trick für die Fertigung des genauen Zapfendurchmessers des Oberteils der passgenau
im gebohrten Unterteil steckt. Mit dem Forstnerbohrer der das Loch im Unterteil gebohrt hat ins
Oberteil ca 1 mm tief bohren –


damit hat man den genauen Durchmesser vogegeben auf den jetzt der Zapfen gedreht wird.


Zusammenstecken und passt – aber halt was sieht man da als dünne weiße Linie an der Trennung.


Ah ha – eine aber bitte nur eine Lage eines weißen Haushaltstuches, bei dunklen Hölzern, beilegen und
schon sieht man genau die Trennungslinie. Das ist wichtg für die Formaufteilung bzw. Zierlinien im Bereich
der Teilung.


Unterteil mit Mahlwerk dient zum Anzeichnen der genauen Länge.


Zwischendurch eine kleine Denksportaufgabe – Zahlenreihe für den Goldenen Schnitt ( und das um dreiviertel Sieben – für Nordlichter „Viertel vor 7“ ). Irgendwie schauts halt doch besser aus wenn die Aussenform nach den Grundsätzen des Goldenen Schnittes gefertigt wird.


Untereil und Oberteil wieder zusammenstecken und mit der Spitze des Reitstocks andrücken. Jetzt wir die Aussenform der Teile komplett fertiggedrechselt. Und sie laufen sauber rund.


Nach dem Oberflächenfinisch kann nun das Unterteil weggenommen werden.


In den Gesichtern zeigen sich erste entspannte Züge – Hoffnung keimt auf.


Gerhard mit der unteren Hälfte bei einer ersten Qualitätskontrolle


Ernst muss jetzt aber schon mal genauer Nachschauen wie das Oberteil gefertigt wird.
Alles klar – – abstechen und im Holzspundfutter die Stirnseite fertigdrechseln.


Fachpublikum neigt von Zeit zu Zeit auch schon mal zu kleineren Diskussionsrunden in trauter Runde.Hier ist es dann bei uns guter alter Brauch und Sitte das sich der Vorführer etwas zurücknimmt um nicht übermäßig zu stören.


Freunde – gleich hammers gschafft.


Pipipause zur Halbzeit – oder schnell mal die Beine vertreten.


Mike hat schon mit der zweiten Mühle begonnen während –


einige noch der Frischluft frönen.


Diese Mühle wird zwei Ringe aus Edelstahl erhalten. Ausdrehen des genauen Innendurchmessers für den Stahlring
mit dem Meisel.


Kleiner Kniff am Rande – Ausrichten einer runden Kantel wenn sie nach dem Wiedereinspannen nicht rund läuft.
Auswerferstange dagegenhalten und Teil leicht verdrücken bis der Rundlauf wieder passt. Einfach und doch wirkungsvoll.


Das Oberteil der zweiten Mühle wird mit gefrästen Rillen verziert. Maschine einrichten um dann mit der
standartmäßig vorhandener Spindelarettierung das Teil mit 12 Rillen zu verzieren.


Werbeblock nochmal an – kleine Aufmerksamkeiten machen es doch erheblich leichter die Zeilen zu tippen obwohl wir in Franken garantiert total unbestechlich sind. Konzentrierte Arbeit leicht gemacht durch die stabile Liniarführung, welche nur in die Handauflage gesteckt wird, aus dem Killingershop.


12 Nuten gleichmäßig am Umfang verteilt – passt.


Das kennen wir ja schon – Endbearbeitung der beiden Teile.


Der Durchmesser für den Metallring muß gut passen damit das Einkleben erfolgreich durchgeführt werden kann.


So schaut das Unterteil mit Edelstahlzierring aus.


Die Stirnseite des Oberteils im Holzspundfutter fertigstellen.


Zusammenstecken und fertig.


Und dann könnte ich die Mühlen natürlich auch noch sooooooo groß machen

Und noch ein allerletzter Hinweiß von Mike:
Die Kermamikmahlwerke niemals leer durchdrehen da sonst die Funktion der Werke sehr schnell Schaden nimmt.
Oder anders rum ausgedrückt – immer ein Päckchen Pfefferkörner Griffbereit halten – für die die immer alles ausprobieren müssen !! Wichtig ist das auch für Ausstellungstücke auf Märkten, denn dort dreht ein jeder mal dran.

Soviel zu meinen Eindrücken diese Abends.
Der Besuch hat mir mal wieder gezeigt das man immer noch was dazulernen kann.
Es gibt immer wieder Kniffe die man noch nicht gekannt hatt.
Unser aller und mein Dank gilt den beiden Besuchern aus der Bayerischen Landeshauptstadt München
für den interesanten, lehrreichen und kurzweiligen Abend.
Scheee wars wieder und solange der Sprit unter 5 Euro kost machen auch die paar hundert Kilometer nix.

Gruß
Helmut

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