DFF – Treffen Mai 2014 Nassholzkelch mit gefangenen Ringen

Hier ist er also wieder der Maibericht eines etwas anderen Treffens.
Und darum sollte es gehen:

Kelch
Naturrandnassholzkelch mit gefangenen Ringen – ganz dünn gedrechselt damit Licht durchscheind.
Das gehört zu jeder „Drechlerlaufbahn“ unweigerlich dazu und wird auch immer gerne auf Vorführungen gezeigt.



Diese Bild ist für einen einzigen speziellen Teilnehmer des Abend´s geschossen worden der den Anschluss
eines Vakuumfutters nachbauen will und eine Gedächtnisstütze benötigt – gelle T.H. aus M.


Also irgendwie war das kein Abend wie die anderen.
Angefangen haben wir mit der Endbehandlung des gedrechselten Teils – Ölen mit Pinselchen durch Ernst


Nachwischen mit Lappen vor der bereits zahlreich versammelten Zuhörerschaft.
Aufgemercht und hingeschaut – Gerhard bei der Analyse des Öls mittels Geruchsprobe durch den in der Mitte des Gesichtes fest eingebauten Geruchssensors.


Üblicher Weise wird anschließend der Abend noch durch Diskussionsrunden beendet.


Andere haben aber anscheinend der Gewohnheit folgend Platz genommen.


„Verführer“ aaaah Pardon Vorführer war aber trotzdem weit und breit nicht zu sehen also wende ich meine Aufmerksamkeit erst mal anderen Schauplätzen zu.


Mitgebrachte Werke


unterschiedlichsten Ausführungen


gab es wieder zu bewundern.
P.S. Johannes hat sich zwischenzeitlich auch der Turmkreiselleidenschaft verschrieben.


Aber dann – schau schau da vorne tut sich doch was.


Thomas machts uns heute vor wie man einen Kelch in Nassholz mit gefangenem Ring drechselt.
Holz einspannen und gaaaaanz wichtig !!!
Kernmittelpunkt ist nicht die Mitte Drehachse – sonst gibt es später Probleme mit der Stabilität des Stiel´s.


Zapfen für das Spundfutter – so ging´s los


Großer Durchmesser eingestochen – dann kleiner Durchmesser des Sopundfutters eingestochen – Maßkontrolle
mittels – ja man sieht es recht gut – also mittel Schätzeisens (manchmal auch Schieblehre genannt).


Dann zwischen den Einstichen die Fläche fertig gedrechselt und schwubs ab in den Spund.


Jetzt wurd´s erneut seltsam.
Loch Bohren bis zum Fingernagel des Daumens – o.K. wer tiefer bohrt spürt einen leichten Schmerz am Daumen
der auch einige Zeit nachhält – aber wozu dieses Loch ???


Und wozu jetzt dieser Prügel – also wir haben nichts – aber wirklich nichts angestellt (Geschwätzt hat bis jetzt eigentlich auch keiner) was diese drastische Androhnung einer Erzieherischen Maßnahme rechtfertigt.


Hier keimte langsam der Verdacht in uns das Thomas irgendwas mit dem Mindrechseln mißverstanden hat.
Also Thomas nochmals zur Erklärung:
das Größenverhältnis von Werkstück zum Werkzeug mag zwar den Eindruck erwecken das dein gedrechsltes Teil sehr klein ist und damit die Voraussetzung eines Minigedrechselten Teiles erfüllt, aber hier irrt eigentlich der Mensch.


Aber was soll´s – wir haben ihm die Freude gelassen sich mal richtig auszutoben


Genau hingschaut – richitg gekröpft war das ganze auch noch


Aber im Finisch des Innenlebens des Kelches hat er dann doch noch die Röhre verwendet. Er wollte uns wohl
nicht zu sehr verwirren. So haben wir uns das nämlich auch vorgestellt.


Außenform des Kelches – Schnitt


für Schnitt


und immer dünner


dünner wird die Wanddicke damit der Lichtschein


so richtig schön durchkommt.
Passt!! So geht es.
Randbemerkung durch die Redaktion des Berichtes:
Nur wenn halt zu viel Licht duchkommt fängt man nochmal von vorne an.


Vorbereitung für den gefangenen Ring.
Ringbreite als Steg stehen lassen und abrunden mit der Röhre.


Ring nach innen mit dem Formstahl einstechen


und Schwubs schon dreht er sich frei auf dem Mittelstiel der gefangene Ring.


Nun ja weils so schön war hat Thomas gleich noch einen zweiten hinterher gemacht.


Hier sehen wir wie man den „Gefangenen“ innen schleift.
Schmirgelpapierstreifen um den Restdurchmesser legen – ein Tropfen Sekundenkleber und schon hält das.
Zeigefinger elegant abspreizen und Ring kreisförmig bei rotierender Spindel bewegen.


Apropo ein Stück Papiertaschentuch zwischen Kelch und Holzstück auf der Reitstockspindel verhindert unschöne
Abdrücke auf dem Werkstück.
Also für uns Franken dann noch der Hinweis – Taschentuch auf jeden Fall in Griffnähe aufbewahren falls das mit dem „Club“ in der Ersten Bundesliga doch in die Hosen geht.


Nun ja machen trotzdem wir weiter.
Restliches Material noch wegdrechseln damit am Ende nur der Stiel in der Mitte übrig bleibt.


Hier sehen wir Ernst in selbstlosem Einsatz unter Einsatz seiner Finger bei der Sicherung der flatternden Ringe.
Natürlich gäbe es hier auch andere Möglichkleiten die Ringe zu Sichern. Aber da bei uns genug kostenloses Hilfpersonal vorhanden ist konnte hier in diesem Fall auf Aufwändige andere Maßnahmen verzichtet werden.


So langsam erkennt man die endgültige Form.


Fuß einstechen und


hinten schön freistechen


zum Schluss mit dem Meisel abstechen.
Fertsch !!


Hier sehen wir die Lösung von Thomas zum Thema – wie fertige ich mir selbst ein Ringeisen.


Aha


Norbert schwenkt noch mal schnell den Linken Arm über den Kopf zum rechten Ohr – ob´s zum besseren Verständnis beigetragen hat läßt sich nicht mehr eindeutig beurteilen.


Thomas hat dann schnell noch einen zweiten Versuch folgen lassen um uns noch eine weitere interessante
Version vorzustellen.


Das Schmirgelpapier kann man nämlich auch mit einem Gummi am Holz befestigen wenn man den Tropfen Sekundenkleber gerate mal eben nicht griffbereit hat.
Und siehe da funktioniert auch !!!

Also wieder was glernt
und schee wars wieder in Neusles
Thomas hat sich wieder alle Mühe gegeben damit bei uns was hängen bleibt.
Und falls doch jemand was nicht mitbekommen hat hoffe ich das ihm dieser Bericht die Wissenlücke wieder schließt.

Gruß
Helmut

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