DFF – Treffen Mai 2013 Oberflächenstrukturieren

Strukturierte Oberflächen – hier am Beispiel einer Vase
So als das Thema unseres Mai Treffens

Struktur
Es gibt natürlich sehr viele Möglichkeiten eine Oberfläche zu strukturieren.
Die günstigste ohne Spezialwerkzeuge zeigte uns Reinhard an diesem Abend im Wonnemonat Mai


… und so lautet unser Beschluß, dass der DFF´ler was lernen muß.


In diesem Sinn hatte sich Reinhard als Vorführer gern zur Verfügung gestellt um uns den Werdegang der Herstellung einer grob strukturierten Oberfläche, bei einem rustikalen Eichengefäß, näher zu bringen. Eine Aufgabe die er, um es gleich Vorwegzunehmen, mit Bravur meisterte.


Schutzbrille rauf und los geht´s. Rundmachen steht wieder als erstes an. Aber irgendwie wollte die Durchzugskraft der Maschine aus der Reserve gelockt werden.


Ernst legte hier dann doch besser den Turbo auf. Auf das sich was rührt im Fränkischen.


Flache „Deutsche Röhre“ kontra gekrümmte Deutsche Eiche


und schon fliegen die Späne. Ein Anblick der jedes gestandene Drechslerherz erwärmt.


Und schon kommt der flache Einstechstahl zum Einsatz. Rillen stechen


und weitere Rillen stechen – gutes Augenmaß reicht hier voll und ganz (also bitte keine Vorrichtungen und andere, meist sinnlose, Hilfsmittel) – soll ja später auch rustikal wirken.


Links und rechts bleibt eine glatte Fläche – das Auge will auch durch einen passenden Kontrast erfreut werden.


Jetzt aber Aufgemercht !!! Bei stehender Maschine (also direkt gesagt die Spindel dreht sich nicht) mit dem Abstechstahl grob Quer darüberziehen damit ein Teil der Rillen einfach unkontrolliert ausbricht.


Mit der Drahtbürste bei dann jetzt wieder laufender Maschine die Rillen in Rotationsrichtung ausbürsten. Bitte hier auch auf die Schutzbrille wert legen. Die Augen sind nicht als Fangbox für herumfliegende Holzteilchen gedacht.


Anschließend die beiden Flächen bis auf den Rillengrund abdrehen.


Der Übergang zum Boden der späteren Vase erhält einen Radius.


Nochmaliges Finischausbürsten jetzt auch mit den Übergängen zu den glatten Flächen. Fertig. Das Aushöhlen war ja nicht das Thema des Abend´s – folglich Thema exakt getroffen und perfekt umgesetzt in Wort und Tat durch Reinhard.


Man sieht es sogar auf dem Foto sehr deutlich – der helle Schein der Erleuchtung bei uns Zuhörern – Ja wir haben verstanden.


Die fertige Oberfläche – wie sagte doch Reinhard am Anfang: „sieht etwas aus wie Blindenschrift“ durch die unterschiedlich langen Erhebungen und Freiflächen zwischen den Einstichen. Nur lesen konnten wir dann doch nicht was hinter diesem Text verborgen war.


Rustikal wirkende Struktur auf einer dazupassenden Eichenoberfläche im Spiel von Licht und Schatten. Schön anzuschauen ist es allemal.


Aber so schnell geben wir Franken nicht auf. Neuer Eichenkantel – neue Möglichkeiten.


Der Könner schlichtet mit Meisel – in diesem Fall notwendig für die nachfolgenden Texturierungen.


Die verstellbare Auflagefläche liegt auf der Handauflage auf die zum Werkstück ausgerichtet werden muss.


Eine exakte Horizontale Ausrichtung des Texturingfräsrades ist notwendig um klare umlaufende Ringe zu erzeugen. Ähnlich wie wenn man mit einem Spitzstahl Einstiche macht.


Die nächste Werkzeugeinstellung soll schräge Rillen erzeugen.


Genau so soll es aussehen – aber wie funkioniert das nun ??


Gewußt wie – Die Auflagenführung des Schneidrades wird leicht schräg gestellt – je nach eingestelltem Winkel verändert sich ebenfalls der Winkel der Rillen zur Längsachse im Holz.


Und wer kein Geld in ein entsprechendes Werkzeug investieren will – es gehen natürlich auch Rillen mit der kleinen Röhre eingestochen oder wie bereits angedeutet könnte man auch einen Spitzstahl nehmen.


Durch die weichen und harten Jahresringe ergeben sehr interesante Effekte die man natürlich noch mit anderen Techniken (z.B Räuchern bei Eiche oder Flambieren oder oder) noch verstärken kann.


Es geht natürlich auch eine Topfbürste aus Stahldraht. Möglichkeiten gibt es gar viele – probieren geht mal wieder über studieren.


Das hat sich Ernst nicht zweimal sagen lassen und ran ans Werkzeug – Oberflächen wieder sauberschlichten


und das Strukturierwerkzeug in den Händen von Ernst im Einsatz.


Ruckzuck bildete sich eine Runde Zuschauer rund um die Maschine.


Reinhard zeigt nochmal genau die richtige Werkzeughaltung.


Die Gruppe der „das Diskutieren wir doch gleich aus“ hat sich sofort um freiwerdene Sitzplätze gruppiert


während die andere Gruppe das doch lieber „Stehend“ auskarten. Erste Eindrücke die sofort in Gesprächsrunden vertieft werden – ein großer Vorteil eines solchen Treffens.


Hier nochmal eine Aufnahme der von Reinhard mitgebrachten Vase in Eiche geräuchert – vor Werkstatthintergrund


beziehungsweise in den Händen von Ernst mit der schönen abgegrenzten Linie dunkles Kernholz und helles Splintholz.


Hier nochmal als Abschlussfoto das Probeteil nach den Versuchen der Zuhörer.

Es bleibt mal wieder festzuhalten das es ein informativer und lehrreicher Abend war der wieder einige neue Erkenntnisse gebracht hat. Reinhard, der bei uns Quasi seinen Einstand als Vorführer vor Publikum geben hat, gebührt hier unser aller Dank für seine Arbeit und Zeit die er in die Vorbereitungen und Ausführungen für diesen gelungenen Abend gesteckt hat.
Und dann noch ein Dankeschön an Ulli und Ernst deren neu eingeführtes „Onlineessenbestellsystem für Drechlertreffen“ (Copyright, Gebrauchsmusterschutz etc. hierfür liegt in Fränkischen Händen) die Feuertaufe bestanden hat und sicher weiter ausgebaut werden wird.
Des is halt Franken – Tradition trifft Moderne.

Gruß
Helmut

Tagged , . Bookmark the permalink.

Comments are closed.