DFF – Treffen Juli 2015 – Windlicht

Hier sehen wir das Thema der Vorführung an diesem schönen und angenehm warmen Juli Abend in Neusles:

Windlicht 1 (Copy)
Wolfgang zeigt uns die Fertigung eines Windlichtes aus einer – wenn ich genau nachdenke waren es vielleicht auch mehrere  – vermutlich selbstgeleerten Flaschen. Je bunter das Glas umso romantischer der Lichteffekt.


Ernst gekonnt locker lässig bei der Begrüßung der Gäste.


Drei Bilder einiger mitgebrachter Werke


Gut gelaunt Thomas und Gerhard.


Der Blick nach rechts.


Richtig! Ernst noch bei einigen kleine Details.


Die Uhr zeigt 6 nach 6   höchste Zeit für die Vorführung.


Wolfgang hatte sich in letzter Zeit mit der Herstellung von Windlichtern beschäftigt und wollte uns diesen Ablauf etwas näher bringen.
Zugleich auch sein erster (aber sicher nicht letzter) Einsatz als Vorführer bei den Drechselfreunden Franken.


Um sofort mit der Vorführung beginnen zu können hat er aufoperferungsvoll die Flachen noch zu Hause geleert. Der letzte Gedanke ist offensichtlich noch bei dem guten Tropfen der einst diese Flasche füllte.

Wolfgang verzichtete auf allen unnötigen Schnickschnak  im Aufbau. Flasche am Boden mit einer Runde Kreppband umwickeln damit das Futter nicht direkt auf die Flache drückt (alternativ eine dünne Lage Filz) und mit der Reitstockspitze direkt in den Flaschhals gedrückt  – – und das alles aber BITTE mit Gefühl anziehen. Wenn es jetzt schon Knack macht   –   nun ja  –  neue Flache holen, leeren und nächster Versuch.


Drechselmaschine einschalten und schön langsam laufen lassen (so ca. 100 Umdrehungen plus minus). Glasschneider etwas in Schneidöl tauchen, auf die Handauflage legen und Flasche mit leichten Druck anritzen. Also ganz einfach oder ??

Leider hat so eine Flasche meist einen großen Nachteil – sie ist vieles aber leider nicht richtig rund. Verschiede Versionen des Einsatzes eine Flachmeisels mit einem kleinen Schlichtspan wurden allerdings von anwesenden einschlägigen Fachleuten verworfen. Hilft nix – müssen wir so akzeptieren. Daher sollte man versuchen eine Stelle zu finden die halbwegs rund läuft. Verständlicher Weise ist dem Verkäufer der Inhalt wichtiger als die Rundheit der Flasche.


Einfache Lötlampe vom Baumarkt auf kleine Flamme gestellt reicht voll und ganz aus. Die Flamme wird auf das obere Drittel des Flaschenkörpers gehalten. Abstand 3 – 4 cm. Natürlich bei weiterhin langsam weiterdrehender Maschine.


Wir üben uns jetzt in 2 – 3 Minuten gedult. Also genau die Zeit für kurzes Späßchen am Abend.


Besonders genau hingeschaut haben diese beiden.


Und dann hört man einen kleinen deutlichen Knack – das wars. Nicht mehr und weniger ist passiert als das die Flasche an der angeritzten Stelle gebrochen ist. Maschinen ausschalten und mit die Bruchstelle mit Kreppband umwickeln. Damit sind nun die zwei Teile der Flasche wieder gesichert und es kann mit dem zweiten Schnitt weitergehen.


Irgendwie verließ diese Trio in diesem Augenblick dann doch etwas der Mut und sie haben sich hinter einer Glastür in vermeindliche Sicherheit gebracht.


Wäre nicht nötig gewesen denn auch der zweite Anriss zersprang genauso problemlos wie der erste. Die erste Qualitätsprüfung erledigte hier Thomas H. aus M


Der Flaschenhals wurde ebenfalls in Augenschein genommen.


Jetzt lichtete sich auf das für mich größte Rätsel der letzten Jahrzehnte  – wozu bnötigt ein Drechsler jemals in seinem Leben ein Korundschleifpapier mit 60er Körnung  ???


Genau die Strinseiten müssen noch etwas verschliffen werden und dazu reicht besagtes kostengünstiges Schleifmittel voll und ganz aus.


Selbes Prozedere allerdings mit einer weißen relativ dickwandigen Flasche.


Feuer frei


Wofgang hochkonzentriert und vorbildlich mit Schutzbrille. Gute Vorbilder sind nicht ohne Grund meist auch gute Lehrmeister.


Weil das alles doch recht flott geht hat er gleich auch noch die dritte Flache zerteilt.


Sauberer Bruch


Funktioniert alles ohne großes Drum her um.


Wir erinnern uns — es sollte ja ein Windlicht werden.


Also braucht man noch einen Grundkörper darunter.


Loch reingebohrt und etwas konisch aufgedrechselt für die Glaseinfassung des Teelichtes.


Erfahrungsgemäß werden erste Eindrücke sofort ausdiskutiert.


Und da hinten sicher auch.


Die Mehrzahl der 43 Anwesenden ist jedoch konzentriert bei der Sache was sich vorne abspielt.


Anzeichnen des Einstiches fürs Glas


Der Einstich für den Glaszylinder sollte schon mit leichtem Spiel gefertigt werden – manchmal neigen Hölzer noch zum Arbeiten und das Glas zeigt meist wenig Verständnis für Holzverzug. Wäre schade drum wenn das Glas später noch ohne zutun bricht.


Passt scha


Eine ansehnlich Aussenform gehört dazu.


Oberflächenverzierungen sind eine Möglichkeit


Links und rechts der Verzierung als Abschluss noch einen kleinen Einstich.


Bei trockenen Holz kommt zum guten Schluss noch eine Ölung ins Spiel.


Und schon steht es da das Windlicht.


Teelicht mit Einsatz rein und Lichtlein brennen lassen. Aufgrund des  Durchmesseres der Flasche wird keine zusätzliche Bohrung für den Luftzug benötigt.


Was anderes wäre es wenn man den Flaschenhals als Aufsatz verwenden wollte. Hier ein kurzer Versuch der schnell zeigte das Sauerstoff zum brennen fehlt.


Kaum fertig und schon drängen die Zuhörer zur Maschinen.


Jetzt hat man die Chance Fragen beantwortet zu bekommen.


So das wars mal wieder mit meinen  kleinen Bericht des Treffens.

Diese Vorführung war sehr gut gemacht von unserem Wolfgang. Locker und humorvoll vor versammelter Manschaft bei all der verständlichen Nervosität beim ersten Mal. „Reschpekt Kollege“. Es zeigte sich mal wieder das man mit einfachsten Mitteln auch zum Ziel kommt. Bedenken beim Glastrennen dürften damit wohl vom Tisch sein. Wolfgang hat es eindruckvoll bewiesen das es geht.

Ein ganz großer Dank geht an Wolfgang für diesen lehrreichen und informativen Abend.

Gruß
Helmut

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6 Responses to DFF – Treffen Juli 2015 – Windlicht

  1. Vielen Dank für den schönen Bericht! Es hat wirklich viel Spaß gemacht. Das kann ich allen empfehlen! Vorführen ist eine super Sache! Was mich interessieren würde: Wer versucht das auch mit dem Windlicht und wie schauen die Ergebnisse aus?

  2. Thomas says:

    Super Bericht und vor allem eine super Vorführung, vielen Dank Wolfgang und natürlich Helmut.

    Ich gehe davon aus, daß beim Sommerfest abends jede Menge neue Windlichter auf den Tischen stehen, und wir dann über die Flaschenschneidversuche berichten können.

    Das wäre zumindest zu wünschen.

  3. schmitt Edwin says:

    einen großen Dank an Wolfgang
    war für einen nicht so fortschrittlichen Anfänger sehr lehrreich

  4. Gerhard Winter says:

    Hallo Wolfgang
    Ich ziehe meinen Hut , hervorragende Vorführung , alle Achtung
    wie du das Glasschneiten vorgeführt hast als würdest du nichts
    anderes machen und das vor großen Publikum .
    Auch an unseren Berichterstatter Helmut ein Dankeschön .
    Gruß Gerhard W.

  5. Gerhard Staudacher says:

    Hallo Wolfgang,
    vorbildlicher Vortrag, vielen Dank für deine gelungene Veranstaltung.
    Hoffentlich finden wir bald wieder ein Thema für Dich. (Ha)

  6. Sigi says:

    Hi Wolfgang,
    danke für die klasse Vorführung. Das Thema ist interessant und war sehr gut zu verstehen. Ein Frage hätte ich aber noch:
    Bietest du bei einer Wiederholung des Vortrages auch einen Vorbereitungslehrgang dazu an?
    Der Ernst hat bestimmt volles Halbzeug (rot und weiß) im Keller gebunkert ;-))

    Gruß Sigi