DFF-Treffen Jan_2012 – Thomas drechselt einen Gentlemanfüller

Das wichtigste ist schon mal geschafft – die Überschrift

Aber schauen wir erstmal um was es gehen sollte.
Füller der Marke Gentleman. Also schon ein etwas anspruchsvolles Thema
Füller

Für Rechtschreibfehler im Vorab schon mal Entschuldigung. Die Lektoren zum Gegenlesen werden noch gesucht.


Zur Einstimmung wurden wieder einige Stücke der Besucher gezeigt.


Gerhard W zeigte uns sein erstes Fadengedrechseltes Teil in einer echten Glasröhre.


Die Besitzerin dieser zarten hochhakligen Fussbekleidung (Schuhgröße 65) konnte leider nicht ermittelt werden.


Ein Oloid aus Edelholz – leider ist mir weder der Hersteller noch das Fertiungsverfahren dieses Teiles bekannt.


Hier sieht man Thomas, den Hauptakteur des Abends, der seine Vorfreude auf den Abend nicht unterdrücken konnte.


Der Hausherr beim Verlesen der Charta 2012 mit den wichtigsten Verhaltensregeln im „Ernstfall“ für die Teilnahme an den Event´s des laufenden Jahres.


Der Blick in den Zuschauerraum zeigt auch hier freudige Erwartung auf das was kommen wird.


Dann ging es endlich hochkonzentriert ans Werk – hoffentlich bleibt mir nicht wieder irgend ein Teilchen übrig.


Einspannen des Rohlings – wichtig hier –spannen auf den Ecken wegen der besseren Druckverteilung im Werkstück.


Und schon naht der Bohrer um sein löcheriges Werk zu beginnen.


Wichtiges Detail am Rande — seit 2012 gibt es neuen Spannhebel am Reitstock unserer guten Killinger. Die Vorgaben der Arbeitsergonomie werden hier vorbildlich umgesetzt.


Eine gewisse Vorsicht beim „zu nahe treten“ ist jedoch für den Manne in dieser Arbeithöhe zu Empfehlen.


Das Loch wird mit geringer Drehzahl ohne Pfeif und Quitschgeräusche vorsichtig ins Holz gebohrt. Mehrmaliges absetzten mit Späneentfernung ist ratsam um keine unnötige Hitze zu produzieren. Bohrer sollte nur Handwarm werden. (Anmerkung des Autors: Das ist der Wärmebereich bei beim es beim „Bohrer in die Handnehmen“ noch nicht nach verschmorter Haut riecht).


Auf den hinteren Stehplätzen hatte man den Beginn der Vorführung leider noch nicht realisiert.


Rudi hatte einen vorderen Stehplatz erkämpft und freude sich sichtbar das er von der ersten Minute an alles mitbekommen hat.


Selbstgefertigte Wellen mit dem Innendurchmesser des gebohrten Holzes.


Mit dem Meisel werden die Ecken des Rohlings weggedrechselt.


Damit kann der Rohling gleichmäßiger Nachtrocknen


Eine Minute Tauchbad im Holzfestiger garantiert für die Endform eine Arbeit ohne Ausbrüche.


Sicherheitshinweis: Bei Verwendung von Haushaltsüblichen Gläseren Inhaltsangabe immer sauber beschriften !!


So langsam wagten sich ersten ganz nach vorne um – das Thema wars Wert.
Wir hatten ja jetzt auch Zeit für eine kleine Zwischendiskussion denn die vorgebohrten und in Holzfestiger getauchten Rohlinge liegen jetzt erst mal 4 Wochen bei Zimmertemperatur auf dem Wohnzimmertisch um komplett nachzutrocknen.


Die 4 Wochen vergingen wie im Flug und Thomas zeigte uns seine Eigenfertigung eines Innenausschleifstabes mit rechtsdrehend Schleifmittel in der eingängigen Version für die weitere Fertigung.


Für ein optimales Rundschleifverhalten gibt es natürlich verschiedene Durchmesser.


Welle in die Drechselbank eingespannt und los gehts das ausschleifen bis sich das Messingröhrchen leicht im Holz schieben läßt. Ein kleines bischen Luft schadet nicht.


Nächste, natürlich selbstgefertigte, Welle aufgespannt – Messingrohr darüber geschoben


Pu – Kleber bei langsam laufender Maschine drauf


Schleichwerbung ohne Kommentar für einen Kleber den es so wohl nicht mehr gibt.


Und für die die bis hier aufgepasst haben – natürlich muss das Messingrohr vor dem Kleber mit Schleifpapier etwas aufgerauht und gesäubert werden. (Sonst hält der Kleber einfach nicht so gut)


Mit der abgekröpten 67,3 Grad Spitzzange wird das mit Kleber benetzte Messingrohr nun in das Loch mit gefühlvollen linearen und axialen Bewegungen (wie man es halt so kennt) im Holz bewegt, damit sich der PU – Kleber an der Holzwand gut verteilt.


Das kurze aufsetzten auf einem planen Restholz der Marke „brauch mer für nix anderes mehr“ garantiert uns das das Rohr nicht an einer Seite vom Holz vorsteht.


Und schau schau was uns das entgegenkommt – der Kleber dehnt sich aus und quilt an den Stirnseiten schon raus. (Wer sonst nicht anderes zu tun hat, kann hiermit metitativ einige interesante Stunden mit der Beobachtung von Naturwissenschaftlichen Phänomenen verbringen)


Mit dem besten Küchenmesser aus Mutters Küchenbeständen kann man problemlos den ausgetretenen Kleber entfernen.


Ich selbst habe hier intensiv eine längere Beobachtungsphase gehabt und beinahe den weiteren Ablauf aus dem Blick verloren.


Thomas hat zwischenzeitlich auf der nächsten Welle die beiden zusammengehörenden Blanks für den Füller auf die nächste passgenaue Welle gesteckt.


Der Gesichtsausdruck der versammelten Drechselfreunde verrät hier ….. [color=#0000ff]hoffentlich is er bal fertig, mi hungert scho.[/color]

Also machen wir weiter — die Endform des Füllers muss noch werden.


Fertigdrechseln mit dem Meisel.


Konzentration ist hier angesagt.


Kritische Blicke begleiteten auch diesen entscheidenten Vorgang.


Die Form läßt sich bereits erkennen.

Ein letzter Blick auf die Regieanweisung – – Passt scha.


So ab jetzt schleifen von Korn 320


über ….


bis Korn 1200.


Mit dem 1200 er noch in Längsrichtung schleifen.
Merke: Riefen sind immer da.
In Längsrichtung sieht man sie halt nicht.


Nächster Schritt: Stirnseiten
Fräsen ist nicht — reißt und franzt an den Stirnseiten —
also gefühlvoll schleifen — ergiebt saubere, winklige Flächen


Das geht natürlich nur wenn das Teil im Reitstock auf einer Welle im Bohrfutter exakt geführt wird.


Im Spindelstock dreht sich eine kleine Schleifscheibe.

Geschliffen wird bis Holz und Messingrohr bündig sind.

Passt!!!
Teil 2 ist notwendig da offensichtlich die maximale Länge eines Berichtes überschritten wurde.
Jetzt ist es auch schon wie es ist. Zum mich Einschränken ist es jetzt sowieso schon zu spät.
Also frisch gewagt an den zweiten Teil .
Jedenfalls für die Harten unter uns.
Merke: Nur die Harten kommen zu den Drechselfreunden Franken


Nächster Schritt: Grundieren mit einer Schnellschleifgrundierung.


Polieren nach kurzer Trocknungzeit.


So langsam wird´s Zeit. Die Uhr zeigt uns deutlich das die veranschlagten 4 Minuten, die wir für das drechseln des Fülleres veranschlagt hatten, bald rum sind.


Ach ja beinahe vergessen, die Schnellschleiffgrundierung wird mit dem Pinsel aufgetragen.


Dann kommen wir so langsam aber sicher zur Endbehandlung der Oberfläche.


Holzlack !!
Man beachte hier die Werbefreie Aufnahme.
(Leider konnten wir keinen Eingang von Sponsorenzuwendungen in unserem Klingelbeutel feststellen).


Diese Bild zeigt eine spezielle Form des fränkischen Rechens.
Senkrecht aufgestellt dient er hier als Trocknungsvorrichtung für die Oberflächenbehandlung.
Copyright, Geschmacksmuster etc. liegen hier beim Bund freier fränkisch/oberpfälzischen Rechendrechsler.


Erstmal mit Korn 1200 in Längsrichtung die Grundierung anschleifen.


Abblasen des Holzes mit der Lackierpistole – ja schon richtig gelesen.
Teil kosten einige Euro mehr aber man kann mit gefühlvoller Betätigung des Pistolengriffs erstmal Luft blasen.


Ja und das obwohl bereits Lack im Behälter ist.


Durchdrücken und siehe da wir lackieren.
Schwenk nach rechts –


Schwenk nach links. Stirnseiten N I C H T vergessen !!
Das wars. Idealerweise sollte man das ganze zwei mal durchführen.
Natürlich mit angemessener Trocknungszeit zwischen erstem und zweitem Auftrag.
Das wars schon. Hier gilt mal die alte Regel „Viel hilft viel“ logischer weise nicht.
Lacknasen schauen einfach nur schlecht aus.


So und jetzt noch zum letzten mal tief Luftholen.
Wir kommen zum Endspurt.
Endmontage.
Wie nicht anders zu erwarten konnte Thomas auch hier auf zweifelhaftes Equipment, das man käuflich überall erwerben kann, verzichten.


Plane Holzkantel in Spindelstock und Metallscheibe in Reitstock ersetzt optimal jede Preßvorrichtung. Mit der Spindel im Spindelstock hat man garantiert genausoviel Gefühl wie mit einer speziellen, meist nicht preiswerten, Presse.


Reihenfolge der Teile sollte halt nach Anleitung eingehalten werden.
Die meisten Stifte schreiben nämlich mit der Mine und die zeigt nach unten Richtung Papier.


Wenn vorhanden sollte auf den Verlauf der Maserung bei der Montage geachtet werden.


Ein kleines Papierteilchen rechtzeitig unter dem Füllerclip geschoben erspart häßliche Abdrücke bzw. Querriefen.


Zwei bis Drei Tropfen Kleber vor der Clipmontage verhindern ein verdrehen, und damit Querriefen, des Clips.


Das ist und bleibt übrigens der einzige Moment an dem die Finger am Werkstück an der Drechselmaschine was zu suchen haben !!!! Bei stehender Antriebswelle .


Und wenn dann kein Teil übrig bleibt


sieht der perfekte und funktionsfähige Gentleman Füller so aus.
Respekt Thomas — das war eine perfekte Vorführung.


Und die Uhr zeigt deutlich Zeitlimit optimal eingehalten.


Johannes präsentierte dann noch seine aktuellen Mooreichenobjekte.


[color=#00ff00]Das ist ein Innenschleifstab den Thomas zum Schleifen für die Holzrohlinge nimmt bevor er die Messinghülsen einklebt,aber nur leicht schleifen . ( Gerhard W. )
[/color]


Schreiber in Mooreiche aus Mantel .


Blick in die Trickkiste.


Thomas hatte gleich eine große Küchenrolle mitgebracht sollte jemand der anwesenden seine Freudentränen nicht verbergen können.


Vermutlich werden wir nie erfahren was hier für konspirative Versammlung tätig war.
Was gscheits werds seltenst.


Allmächt nä etzatla kenn i mi ä aus.


Siehst du Rudi das ist der Kleber.


Hier sehen wir nun Ernst der sich bereits vorbereitet hat den kritischen Weg zwischen Werkstatt und Cafe heil zu überstehen. Kopf unter dicker Wollmütze eingepackt; Hände vorschriftsmäßig gegen Kälteschäden beidseitig verstaut.


Kommen wir nun zu Gerhard und Matthias die bereits im Vorfeld quasi als Spähtrupp die Lage im Cafe sondiert haben. Kuchenvortest durchgeführt und bestanden. Matthias gib mal Nachricht an die Haupthut alles i.O. und einrücken.


Wie gewünscht


da sind wir.


Wir auch

und wir natürlich auch !!!

Und Friedrich genoß dann sichtlich seine kühle Blonde aus dem Frankenland
Zum Wohl.

Soviel mal zu meinen Eindrücken dieses wieder mal ausgesprochen lehrreichen Abend´s
Danke Thomas für deine Vorführung.
Und natürlich auch Danke an die 34 Besucher(innen) unseres Treffens

Gruss
Helmut

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